Künstliche Intelligenz wird heute von einschlägigen IT Firmen als Lösung (beinahe) aller Probleme dieser Welt dargestellt. Da müsste doch auch etwas für den Bereich Familienforschung abfallen? Ich habe mir mal ein paar Funktionen abgeschaut die hilfreich sein könnten. Meine Aufzählung ist keineswegs abschliessend. Ich bin mir sicher, dass Forschungs Kollegen noch mehr und andere Erfahrungen gemacht haben.
ChatGPT:
Allseits bekannt als Wunderwaffe für jeder Fragestellung. Wenn es aber um Daten geht, ist der Nutzen sehr beschränkt, es sei denn es geht um Persönlichkeiten. Ich verwende ChatGPT mehr um geschichtliche Zusammenhänge (einer bestimmten Zeit) besser zu verstehen oder mir Begriffe / Wörter erklären zu lassen. Vielleicht hat jemand andere, sinnvolle Verwendungszwecke gefunden?
AI Biography von MyHeritage
Mit einem HyHeritage Account kann man sich eine Biografie jeder Person im Stammbaum erstellen lassen, basierend auf den Daten und Angaben zu dieser Person. Zurzeit leider nur in Englisch. Hier ein Beispiel:
Der erste Abschnitt der Biographe sind mehr oder weniger sämtliche Informationen in Prosa. Was ich gut finde, ist der historisch Kontext. Das gibt einen groben Überblick, was zu dieser Zeit los war auch an den verschiedenen Lokationen. Das hilft beim Einordnen.
Was die Ableitung der Herkunft des Namens betrifft, war ich eher überrascht! Wieviel davon stimmt weiss nur die Glaskugel, ist das doch schon die dritte Herleitung meines Nachnamens die ich gehört habe. Was mir ebenfalls gefällt, dass man die verschiedenen Quellen angibt und auch mitteilt, dass diese nicht übereinstimmen.
Leider kann die Funktion nicht mit allen Informationen umgehen und hat im obigen Beispiel ignoriert, dass die Person in der Schweiz als verschollen erklärt wurde und somit aus der Schweiz «geflüchtet» ist.
Den Nutzen dieser Funktion lass mal offen, das soll jeder für sich entscheiden.
Transkribus
Das Lesen alter Schriften ist zumindest bei mir ein Dauerbrenner. Immer wieder werden mir meine Grenzen aufgezeigt… Transkribus soll hier mittels KI Abhilfe schaffen: Mit einem Trial Account habe mich mal einen zufälligen Abschnitt aus einem Chorgerichtsmanual von 1818 verifiziert was denn das Ding kann:
Original: (muss man als Bild hochladen)
Das Ergebnis:
Auf den ersten Blick gar nicht mal so übel? Selbstverständlich kämpft auch dieses Tool mit der Lesbarkeit der Schrift als solches. Wer gar keine Kenntnisse der Schrift hat kann der Spur nach erkennen um was es geht. Für Profis wahrscheinlich keine grosse Hilfe. Für einen Amateur wie mich erkennt Transkribus ungefähr so viel wie ich. In einigen Passagen erkennt das Tools mehr in einigen weniger, aber das gemeinsame Endergebnis ist sicher besser und vor allem bin ich schneller (bei längeren Abschnitten).
KI hilft aber nicht, richtige Sätze zu bilden oder gar den Inhalt zu verstehen.
Generell muss ich sagen, dass all diese KI-Methoden nur Hilfsmittel sind und als solche anzuwenden sind.
Im Endeffekt braucht es immer (noch) HI (Human Intelligence) um den Kontext zu verstehen.
Gruss Walter
KI als Nutzen für die Familienforschung?
Supranationales
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wkla
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KI als Nutzen für die Familienforschung?
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Maxime
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Re: KI als Nutzen für die Familienforschung?
Sehr interessanter Beitrag, vielen Dank!
Auch ich nutze ChatGPT zum Erklären von Zusammenhängen. Ich denke mit der Zeit werden KI-Werkzeuge mehr und mehr "Wissen" und Fakten ansammeln und Datenbanken anzapfen. Passend hierzu auch ein Artikel im Spiegel.
Ein spannendes Thema auf jeden Fall!
VG
Maxime
Auch ich nutze ChatGPT zum Erklären von Zusammenhängen. Ich denke mit der Zeit werden KI-Werkzeuge mehr und mehr "Wissen" und Fakten ansammeln und Datenbanken anzapfen. Passend hierzu auch ein Artikel im Spiegel.
Ein spannendes Thema auf jeden Fall!
VG
Maxime
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rudi
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- Wohnort: Schweiz
Re: KI als Nutzen für die Familienforschung?
Ich arbeite im Geschichtsstudium und in der Ahnenforschung mit Transkribus.
Meine Erfahrungen sind dahingehend positiv, als es bei grösseren Dokumenten wirklich Zeit spart bei der Transkription dieser Texte. Die Qualität der Transkription ist aber limitiert; nach meiner Erfahrung sind etwa 80 % der Worte korrekt; den Rest muss ich manuell nachbearbeiten.
Das Werkzeug hilft "natürlich" überhaupt nicht beim Übertragen alter Begriffe (wie z.B. Krankheitsbezeichnungen), das muss manuell recherchiert und in Fussnoten ergänzt werden.
Das Tool hat verschiedene Schriftbilder eingearbeitet, die man auswählen kann. Das ist sehr hilfreich, wenn man ausnahmsweise einmal einen wesentlich älteren Text vor sich hat; z.B. einen mittelalterlichen Text statt Kurrentschrift aus der frühen Neuzeit.
Typisch für Texte aus evangelischen Kirchenbüchern der frühen Neuzeit ist eine Mischung aus Deutsch in Kurrentschrift mit lateinischen Ausdrücken in lateinischer Schrift. Das ist eine Herausforderung für Transkribus (und sehr oft auch für uns Leser/Forscher), die meist keine optimalen Resultate liefert.
Rein lateinische Texte wie meist in katholischen Kirchenbüchern gelingen besser. Aber Transkribus beinhaltet keine Übersetzung Latein-Deutsch; das muss man selber tun.
Meine Erfahrungen sind dahingehend positiv, als es bei grösseren Dokumenten wirklich Zeit spart bei der Transkription dieser Texte. Die Qualität der Transkription ist aber limitiert; nach meiner Erfahrung sind etwa 80 % der Worte korrekt; den Rest muss ich manuell nachbearbeiten.
Das Werkzeug hilft "natürlich" überhaupt nicht beim Übertragen alter Begriffe (wie z.B. Krankheitsbezeichnungen), das muss manuell recherchiert und in Fussnoten ergänzt werden.
Das Tool hat verschiedene Schriftbilder eingearbeitet, die man auswählen kann. Das ist sehr hilfreich, wenn man ausnahmsweise einmal einen wesentlich älteren Text vor sich hat; z.B. einen mittelalterlichen Text statt Kurrentschrift aus der frühen Neuzeit.
Typisch für Texte aus evangelischen Kirchenbüchern der frühen Neuzeit ist eine Mischung aus Deutsch in Kurrentschrift mit lateinischen Ausdrücken in lateinischer Schrift. Das ist eine Herausforderung für Transkribus (und sehr oft auch für uns Leser/Forscher), die meist keine optimalen Resultate liefert.
Rein lateinische Texte wie meist in katholischen Kirchenbüchern gelingen besser. Aber Transkribus beinhaltet keine Übersetzung Latein-Deutsch; das muss man selber tun.
Schwerpunkte meiner Forschung sind meine Vorfahren aus Württemberg:
Zollernalbkreis zwischen Balingen und Albstadt, altes Amt Tuttlingen, Gebiet der Freien Reichsstadt Ulm
Zollernalbkreis zwischen Balingen und Albstadt, altes Amt Tuttlingen, Gebiet der Freien Reichsstadt Ulm
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Ruhn
- Beiträge: 43
- Registriert: Mo 29. Jul 2024, 20:19
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Re: KI als Nutzen für die Familienforschung?
ChatGPT kann ich bedingt auch als Übersetzer von Texten empfehlen. Zum Teil hat ChatGPT die Texte besser transkribiert als Transkribus. Ich habe bei ChatGPT einen eigenen GPT für Familienforschung erstellt. Mit den korrekten Begriffen und Erläuterungen ist er sicher eine gute Ergänzung zu Transkribus. Ich habe aber die Bezahlversion, da ich ihn auch beruflich oft verwende.
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