Wenger von Gurzelen BE

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Walter
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Wenger von Gurzelen BE

Beitrag von Walter » Do 14. Jan 2016, 13:02

Urspr. unter Kaufmann von Grindelwald BE publiziert:
hhg hat geschrieben:Zufallsfund in Herten (Baden-Württemberg):
Joseph Zimmermann, gebürtig von Grindelwald, Mennonit, Pächter des Markhofes, werden zwischen 1824 und 1831 Kinder geboren; Mütter
- Barbara Wenger (gebürtig von "Gurzeln", Kanton Bern, stirbt 1829, 28-jährig, auf dem Markhof)
Ich habe in Gurzelen kurz nach der ersten Frau von Joseph Zimmermann gesucht, ist aber leider nicht so einfach.
Ich habe sie als auswärts geborene Bürgerin vermutet und entsprechend dort gesucht (Taufrodel auswärts 1772-1855). Dazu gibt es ein Register (Index) und dort findet man eine Barbara Wenger, die vielleicht zeitlich passen könnte, vielleicht weil sie im Taufrodel selber eben nicht aufgeschrieben wurde! Zur Begrüdung steht im Index:
NB. Die in Klammer eingeschloßenen wollt ich vornen in bezeichneter Pag. einschreiben, nach Überlegung, daß sie als Wiedertaüfer hier nicht gehören, unterließ ichs. (siehe Anhang).
Weiter gibt es aber auch eine am 15.08.1799 in Gurzelen getaufte Barbara Wenger, die passt aber nicht ganz, die wäre 1829 29-jährig gewesen.
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Re: Kaufmann von Grindelwald BE

Beitrag von hhg » Do 14. Jan 2016, 13:50

Hallo Walter,

Volltreffer! Barbara wird bei den Geburten ihrer Kinder in Herten explizit als Mennonitin bezeichnet. Ausserdem beschreibt eine Familiengeschichte aus USA genau die gleiche Geschwisterfolge wie im Gurzelener Index - sogar mit Geburtsdaten. Als Eltern sind dort genannt Christian Wenger (12/25/1756 -2/6/1824) und Barbara Wurgler (1/14/1770-4/10/1838), später in "St. Louis, Alsace". Christian (1756-1824) sei ein Sohn von Christian und Anna Maria (Stauffer) Wenger in Gurzelen.

Was denkst du - sollte man ein neues Thema Wenger in Gurzelen anfangen?

So oder so, vielen Dank, besonders für den Hinweis auf die Anmerkung des Pfarrers. Könnte auch in anderen Fällen erklären, warum sich ausgewanderte Täufer oft nicht in ihre (angeblichen) Geburts- und Heimatorte zurückverfolgen lassen.



Walter
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Re: Kaufmann von Grindelwald BE

Beitrag von Walter » Do 14. Jan 2016, 16:34

hhg hat geschrieben:Was denkst du - sollte man ein neues Thema Wenger in Gurzelen anfangen?
Schon passiert! ;)
Danke Wolf


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Re: Wenger von Gurzelen BE

Beitrag von hhg » Do 14. Jan 2016, 16:48

Auch von mir danke, Wolf!

Daten aus der von amerikanischen Nachkommen zusammengestellten Genealogie unter folgendem link

http://web.missouri.edu/~wengerj/Family ... ngeri.html



Walter
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Re: Wenger von Gurzelen BE

Beitrag von Walter » Do 14. Jan 2016, 18:29

Ich habe mal nach dem erst erwähnten Christian W. (1730-40) in Gurzelen gesucht, da gibt es mehrere Taufen (1729, 1735, 1738), aber die werden alle als von Obergurzelen bezeichnet, nicht von Seftigen.
Diese Familie ist vermutlich schon früher von Gurzelen weg gezogen.


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Re: Wenger von Gurzelen BE

Beitrag von hhg » Fr 15. Jan 2016, 09:57

... Diese Familie ist vermutlich schon früher von Gurzelen weg gezogen ... es gibt Hinweise aus St. Louis (nördlich von Basel), in den dortigen Zivilstandsakten ist der FN Wenger auch zu finden - genaueres müsste man allerdings erst aufdröseln ...



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Re: Wenger von Gurzelen BE

Beitrag von hpj » Sa 16. Jan 2016, 11:33

Die Geschichte mit den täuferischen Wenger aus dem Bernbiet scheint eine komplexe Sache zu sein. Für das 16. bis 18. Jh. sind täuferische Wenger bezeugt aus den Kirchgemeinden Gurzelen, Wattenwil, Blumenstein und Amsoldingen sowie aus dem Raum „Bucholterberg“ (ohne genaue kirchliche Zuordnung). Inwiefern diese verschiedenen Linien etwas miteinander zu tun haben, müsste erst noch geklärt werden.
Effektiv sind seit den 1780er Jahren täuferische Wenger der Gurzelen-Linie im Grossraum Basel nachweisbar. Sie gehörten in der Regel zur Täufergemeinde Basel-Holee, deren Register erhalten sind.
Bekannt ist, dass etliche Mitglieder der Wattenwiler-Linie 1671 in die Pfalz geflohen sind (z.B. auf den Ibersheimerhof bei Worms), wobei später manche an andere Orte weitergezogen oder ev. auch wieder in die Schweiz zurückgekehrt sind.
Inwiefern ein Peter Wenger von Gurzelen täuferische Bezüge hat, der am 23. Januar 1720 von Bern einen Mannrechtsbrief erhält, nachdem er ins Zweibrückische gezogen, sich in Drachenbronn niedergelassen und dort geheiratet hat (StABE A II 669,11), müsste noch geklärt werden. Weiteren Aufschluss vermögen hier vielleicht die Kirchenbücher von Gurzelen zu geben, die allerdings nicht ganz leicht entzifferbar sind.



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Re: Wenger von Gurzelen BE

Beitrag von Felber » Sa 16. Jan 2016, 21:09

Guten Abend hpj

Mit "Bucholterberg" ist wohl Buchholterberg gemeint, welches zur Pfarrei Oberdiessbach gehörte.

Mit freundlichen Grüssen

Olivier Felber



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Re: Wenger von Gurzelen BE

Beitrag von hhg » So 17. Jan 2016, 10:33

hpj hat geschrieben:Die Geschichte mit den täuferischen Wenger aus dem Bernbiet scheint eine komplexe Sache zu sein
... mein Eindruck: Das trifft auf die meisten Täufer-Familien zu. Von daher immer interessant, wenn sich konkrete Familien über mehrere Generationen und Ortswechsel plausibel nachvollziehen lassen.

Walters Fund bestätigt die in der Familiengeschichte genannte Geschwisterfolge. Hinweise auf Saint-Louis bestätigen sich in den dortigen Zivilstandseinträgen, das zweite vom Gurzelner Pfarrer nur im Index eingetragene Kind Joseph stirbt am 18.12.1846 in dem zu Saint Louis gehörigen Michelfelden, wird da aber als natif de St.-Jacques Canton de Bale-campagne bezeichnet. Dort wären wohl die, bzw. eine Zwischenstation nach Gurzelen zu vermuten.

Bestehen Nachforschungsmöglichkeiten zu Mennoniten in St.-Jacques um 1800?



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Re: Wenger von Gurzelen BE

Beitrag von Walter » So 17. Jan 2016, 10:43

hhg hat geschrieben:
hpj hat geschrieben:… Bestehen Nachforschungsmöglichkeiten zu Mennoniten in St.-Jacques um 1800?
Ich vermute, es geht hier um die St.-Jakobs-Kirche.


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Re: Wenger von Gurzelen BE

Beitrag von hpj » So 17. Jan 2016, 12:29

Anmerkung zu Walter: Wenn in täuferischen Dokumenten von "St.Jakob" die Rede ist als Ort einer Taufe, einer Ehe-Einsegnung etc., dann ist nicht die dort effektiv auch existierende reformierte Kapelle gemeint, sondern der unmittelbar westlich davon stehende Bauernhof (das Waisenhausgut), wo während etlicher Jahrzehnte ein Ältester der sogenannt "Unteren" Basler Täufergemeinde gewohnt hat. Die genannten gottesdienstlichen Handlungen fanden in seinem Haus statt. Um 1800 war dies der Älteste Hans Freyenberg, ursprünglich von Oberhofen bei Thun. Später hat diese Gemeinde im Holee anno 1847 ein Versammlungshaus gebaut und wird seit dann oft auch als Holee-Gemeinde bezeichnet.
Damit zur Anmerkung an hhg: Täufergemeindliche Amtshandlungen zu "St.Jakob" sind fast ausnahmslos in den Akten der Holee-Täufergemeinde verzeichnet. Kopien davon befinden sich in der Dokumentationsstelle des Schweizerischen Vereins für Täufergeschichte auf dem Bienenberg bei Liestal. Einige weitere Informationen sind auch im Staatsarchiv des Kantons Basel-Stadt einsehbar, z.B. sind Begräbnisse in der Regel in den ref. Kirchenbüchern notiert. Da allerdings die Kantonsgrenze nur wenige Meter weg von St.Jakob liegt, und einige benachbarte, ebenfalls von Täuferfamilien bewirtschaftete Bauernhöfe (z.B. Brüglingen) bereits auf (heute) zum Kandon Basel-landschaft gehörenden Boden liegen, sollte auch im Archiv dieses Kantons in Liestal nachgeforscht werden...



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Re: Wenger von Gurzelen BE

Beitrag von hhg » So 17. Jan 2016, 18:05

Danke für die Hinweise! Selber die Holee-Unterlagen auf dem Bienenberg einzusehen habe ich leider keine Gelegenheit, auch keinen unmittelbaren Bezug zu der Familie.

Für Wenger-Forscher wäre aber sicher ein Nachweis in St. Jakob interessant für die Familie von

Christian Wenger, * 25.12.1756 (angeblich Sohn von Christian und Anna Maria (Stauffer) Wenger), + 6.2.1824 (in St. Louis NICHT verzeichnet), verheiratet mit Barbara Wergler, Kinder u. a.
- Johann * 31.2.1793
- Joseph * 18.3.1795 in St.-Jakob, + 16.12.1846 St.-Louis
- weitere acht Kinder bis 1809 geboren



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