von Helmsdorf in der Schweiz

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Moderator: Wolf

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Pascal Paul
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von Helmsdorf in der Schweiz

Post by Pascal Paul »

Mehrfach heirateten Töchter in die Häuptergeschlechter von Schwyz und Glarus ein.
Ich suche Infos zu deren Genealogie vor 1600.
Insbesondere zu Amalia von Helmsdorf, welche Landammann Marx Mad ehelichte (der 1526 starb).



Bochtella
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Re: Familie "von Helmsdorf"

Post by Bochtella »

Grüezi Pascal Paul,

zur Genealogie der Familie von Helmsdorf/Helmstorf finden sich Angaben in den Threads:
Kyd von Schwyz
Mad von Glarus GL
Degen von Schwyz SZ

Bochtella



Wolf
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Re: Familie "von Helmsdorf"

Post by Wolf »

Angaben zu Amalia von Helmsdorf und ihren Vorfahren finden sich auch im Geneal-Tree.


Wolf Seelentag, St.Gallen
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher

Bochtella
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Re: von Helmsdorf / Helmstorf / Helmstorff in der Schweiz

Post by Bochtella »

Grüezi wildpat,

In Ergänzung zu den Beiträgen vom 06.05.2020 im Thread Mad von Glarus GL

Laut der Studie von Joseph Stirnimann, Die Abstammung der Amalia von Helmsdorf, war Kunigunde Manz von Roggwil die Ehefrau des jüngeren Ludwig von Helmsdorf.
Diese Annahme, die in vielen bisherigen Publikationen vertreten wird, ist falsch.
Die Ehefrau des jüngeren Ludwig von Helmsdorf war Kunigunde von Manzet, Tochter des Hans von Manzet aus Luzern und der Verena Schenk von Landegg.
Dazu folgende Belege:

Am 02.03.1530 (errechnet aus "Mittwoch des anderen Tag des Monats März 1530") verkauften Ludwig von Helmstorff, Ritter, und seine Ehefrau Küngolt von Helmstorff, geborene von Mantzet, mit ihrem angenommenen Vogt Lütpfrid Inng, Bürger und Ratsmitglied von Bischofszell, dem Joss Kochlin, Alt-Hauptmann des Gotteshauses St. Gallen, Bürger und Ratsmitglied der Stadt Luzern, ihr Gut Weggis im Luzernergebiet mit Haus, Hofstatt, Torgell, Äcker, Matten, Holz, Felder, Weiden, Steg, Weg sowie 5 oder 6 Jucharten Reben und Weingewächs, alles beisammen in Weggis, für 1460 gute Luzerner Gulden mit vierzig Schilling für einen Gulden gerechnet. Dazu gehören auch die Hauptbriefe von ungefähr 18 Gulden und 10 Schilling Jahreszins, die dem Ludwig von Helmstorff von seiner verstorbenen Schwiegermutter Verena von Mantzet zugekommen sind. Die eine Hälfte des Guts hatte Ludwig von Helmstorff vom verstorbenen Felix Grebel von Zürich, dem Schwäger seiner Ehefrau gekauft. Die andere Hälfte des Guts bekam er von Küngolt von Mantzet, die es von ihrem Bruder Philipp von Mantzet geerbt hatte.
Staatsarchiv Luzern, Urkunde PA 42/1

Am 28.08.1538 Küngold von Manz, Witwe des Ludwig von Helmstorf, Ritter, in Zuckenriet, als Gerichtsherrin.
Archiv der Bürgergemeinde Bischofszell, Urkunde Nr. 634 bis

Am 17.03.1540 Küngold von Manz, Witwe des Ludwig von Helmstorf, Ritter, in Wil.
Archiv der Bürgergemeinde Bischofszell, Urkunde Nr. 642

Gebhard Johann Sutter, Epithaph von 1579 für die am 21.12.1526 gestorbene Frena von Mantz, geborene Schenckin von Landegk, mit den Abbildungen und Ahnenwappen der Stifterinnen Helena und Prisca, Töchter des Ludwig von Helmsdorf und der Kunigunde von Manzet, in Schweizer Archiv für Heraldik/ Archivum Heraldicum, 2007, Heft I

Ludwig von Helmstorff und Künigund von Manss, Eltern der N.N., Ehefrau des Sebastian Degen. ... Verena von Helmstorff, Ehefrau des Sebastian Degen.
Jahrzeitbuch Schwyz, Bl.357

Bochtella



Pascal Paul
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Re: Familie "von Helmsdorf"

Post by Pascal Paul »

Zuersteinmal müssen wir ja zwei Personen unterscheiden;

Wir haben die Verena von Helmsdorf die den Sebastian Degen heiratete.
(deren Eltern Ludwig von Helmsdorff um. 1470 - 1535 und Kunigunde von Manz)

Und wir haben die Amalia von Helmsdorf die Mutter des Jost Maad (Schwiegervater des Martin Degen (Sebastians Sohn)
(obiger Ludwig und die Amalia von Helmsdorff waren Geschwister)

Und die oben genannte Kunigunde von Manz soll also nicht aus Roggwil/TG stammen sondern die Tochter Hans von Manzet aus Luzern und der Verena Schenk von Landegg sein ?? Für mich klingt dies angesichts der genannten Belge plausibel.



Pascal Paul
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Re: Familie "von Helmsdorf"

Post by Pascal Paul »

Und die Verena Schenck wäre die Tochter des Conrad Schenck von Landegg, Sohn des Obervogt Anton Schenck von Landegg?



Bochtella
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von Helmsdorf / Helmstorf / Helmstorff in der Schweiz

Post by Bochtella »

Grüezi Pascal Paul,

es freut mich, dass Sie sich auch in diesem Thread wieder einbringen.
Verstehe aber das doppelt Fragezeichen zur klar belegten Identität der Kunigunde von Manzet, Tochter des Hans von Manzet aus Luzern und der Verena Schenk von Landegg, nicht.

Zur Genealogie der von Landegg kann ich leider nichts beitragen.
Sowohl zu den von Manzet wie zu den von Landegg müssten allerdings eigene Threads eröffnet werden.

Bochtella



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von Helmsdorf / Helmstorf / Helmstorff in der Schweiz

Post by Bochtella »

Grüezi Lesende,

Anton Oeller, Regesten zur Geschichte des Ortes Helmsdorf am Bodensee und der Ritter v. Helmsdorf, maschinengeschriebenes Manuskript, um 1955, im Kreisarchiv Bodenseekreis.

Eine sehr umfassende und hervorragende Erschliessungsarbeit, auch für die von Helmsdorf-Forschung in der Schweiz.

Bochtella



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von Helmsdorf / Helmstorf / Helmstorff in der Schweiz

Post by Bochtella »

Grüezi Lesende,

Wer waren die Eltern der folgenden Maria Cleophea von Helmesdorff und war sie die Letzte ihres Geschlechts?

Am 30.10.1603 vermählten sich in Wertbühl Adam Schudie von Glarus und Maria Cleophea von Helmesdorff.
Maria Cleophea von Helmesdorff dürfte damit um 1578 geboren worden sein.

Gemäss dem Genealogienwerk von Johann Jakob Kubly-Müller sind von diesem Ehepaar folgende Kinder bekannt:
• Wolfgang Sebastian, Domherr in Aichstädt, 1623 Chorherr in Bischofszell, auf deren Stelle er auch resignierte.
• Bertoldus, 05.08.1604 getauft, jung gestorben.
• Meinrad Adam, am 28.01.1606 getauft.
• Maria Helena, erstmals vermählt mit Ludwig Mundpradt von Spiegelberg, zweitmals vermählt mit Philipp Schultheiss von Konstanz.
• Anna Maria Ursula, vermählt mit N.N.Pflumer, Bürgermeister von Überlingen.
• Wolfgang Sebastian Herkules als Odillo, Prior im Reichskloster in Ochsenhausen, 1676 gestorben.

Die folgenden beiden Taufbucheinträge sind wegen dem Geburtsort von Interesse:
• Am 05.08.1604 getauft in Wertbühl Bertoldus, des Adam Schudie und der Maria Cleophea von Helmesdorff in poubuel [= Buhwil].
• Am 28.01.1606 getauft in Wertbühl Meinrad, des Adam Schudie und Maria Cleophea N.N. in Poubuell [= Buhwil].

Am 31.03.1608 (errechnet aus "Judica 1608") verkaufte Adam Tschudi von Glarus, Gerichtsherr in Amriswil dem Lorenz Kunckhler von St. Gallen, Vogt der Herrschaft Bürglen, die Herrschaft Buhwil mit Buhwil, Toos, Wäldi, Bleiken und dem Burgstall [= Anwil] sowie den Burgstall Wunnenberg für 5100 Gulden Konstanzer Münz. Urkunde Nr. 427 im Büglerarchiv innerhalb des Stadtarchivs St.Gallen

Am 01.11.1660 starb Maria Cleophe Tschudin, geborene von Helmstorph, Ehefrau des Adam Tschudin, fürstlich st.gallischer Rat und Obervogt in Oberberg. Katholisches Sterbebuch Gossau
Später Belege für weibliche oder männliche von Helmsdorf sind bisher keine bekannt.

Am 28.08.1664 starb Adam Tschudi im Alter von 80 Jahren.
Nachlass Paul Zuber im Stiftsarchiv St.Gallen, Kuvert C6, Familie von Helmsdorf.
Der Sterbebucheintrag konnte bisher nicht gefunden werden.

In den folgenden Sekundärquellen wird Maria Cleophea von Helmesdorff als Letzte des Geschlechts bezeichnet:
• M. Cleophea von Helmsdorf, ultima stirpis.
Nachlass Paul Zuber im Stiftsarchiv St.Gallen, Kuvert C6, Familie von Helmsdorf.
• Maria Cleophea von Helmsdorf, Freiin, ultima stemmatis.
Genealogienwerk von Johann Jakob Kubly-Müller.

Gemäss Albert Knoepfli, Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Bd. III, Der Bezirk Bischofszell, S. 359, gehörte 1463 der Turm von Anwil als Lehen den Rittern Ludwig, Jakob und Ulrich von Helmsdorf, deren Nachkommen ihn bis nach 1603 behielten. 1608 verkaufte Adam Tschudi von Glarus das eben erworbene Gericht Buhwil mitsamt dem Burgstall darin und den Burgstall Wunnenberg dem Laurenz Kunkler, Vogt der Herrschaft Bürglen.
Die Aussage "bis nach 1603" wird wohl bedeuten, dass Albert Knoepfli einen Beleg kannte, wonach die Herrschaft Buhwil 1604 noch im Besitz der von Helmsdorf war und diese vor 1609 von Adam Tschudi erworben wurde.
Belege dazu konnten bisher nicht gefunden werden.
Vermutlich war es der Junker Johann Heinrich von Helmsdorf, der letztmals am 29.04.1598 als einer der vier Gerichtsherren genannt wird, die das Einzugsgeld in Buhwil regelten. Urkunde PPP2 Nr. 23 im Stiftsarchiv St.Gallen.
Für eine Ehefrau des Johann Heinrich von Helmsdorf gibt es bis jetzt keine Belege.

Aufgrund der bis jetzt bekannten Zusammenhänge und Belege darf mit grosser Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass Maria Cleophea von Helmesdorf die Erbtochter des Johann Heinrich von Helmstorf in der Herrschaft Buhwil und als Letzte des Geschlechts gestorben ist.

Bochtella



Bochtella
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von Helmsdorf / Helmsdorff / Helmstorf / Helmstorff in der Schweiz

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Grüezi Lesende,

Das seit 1213 belegte Ministerialengeschlecht von Helmsdorf/Helmsdorff/Helmstorf/Helmstorff hat seinen Namen vom Siedlungsplatz Helmsdorf bei Immenstaad am Bodensee, der erstmals um 1200 erscheint. Er bestand lange aus 2 Höfen, später als Rittergut, dem heutigen Schloss, mit kleiner Niedergerichtsbarkeit bis 1805. Von diesem Stammsitz aus dehnte sich das Ministerialengeschlecht im Laufe der Jahrhunderte auch im Thurgau aus. Einzelne Töchter fanden ihre Ehemänner in Glarus, Luzern und Schwyz.
Aufgrund der bis jetzt bekannten Zusammenhänge und Belege darf mit grosser Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass die am 01.11.1660 verstorbene Maria Cleophea von Helmesdorf, Ehefrau des Adam Tschudi, die Erbtochter des Johann Heinrich von Helmstorf in der Herrschaft Buhwil war und als Letzte des Geschlechts gestorben ist.
Quellen:
Wolfgang Trogus, Kleine Geschichte des Dorfes Immenstaad, auf einer Webseite des Heimatvereins Immenstaad.
Helmsdorf (Adelsgeschlecht) auf einer Webseite von Wikipedia.
von Helmsdorf auf einer Webseite des Historischen Lexikons der Schweiz.
Beitrag vom 19.06.2020

Daneben gab es ein weiteres Geschlecht von Helmstorf, das bürgerlicher Herkunft war und mit dem Ministerialengeschlecht nicht verwandt ist. Der Stammvater war Leonard Metzger in Lana im Südtirol. 1524 gelangte sein Sohn Georg Metzger, der auf dem angkauften Sitz Helmstorf in Ober-Lana sass, in die Tirolischen Adels-Matrikel. Später erwarben Mitglieder dieser Familie auch Güter in Unter-Lana und im Inntal. Kurz vor 1652 starb mit Georg Gaudenz von Helmstorf dieses Geschlecht im Mannesstamme aus.
Olaf Stanger, Genealogisch-heraldisches Adelslexikon von Tirol und Vorarlberg verfasst von Joseph Sebastian Kögl († 1856), in Schlern-Schriften 364, Teil I, Innsbruck 2015, S. 356.
Dazu auch Ansitz Helmstorf auf einer Webseite von Wikipedia.

Bochtella



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