Gmünder von Herisau AR

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Wolf
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Gmünder von Herisau AR

Post by Wolf »

Die meisten der in der Graphik (im Anhang) angegebenen Daten entstammen der SEHUM-Datenbank.

Im Taufverzeichnis Herisau sind um 1589 (Hans Gmünder) neben dem Vater jeweils nur Götti und Gotten genannt - die Mutter wird nicht angegeben. Die einzige Heirat eines Hans Gmünder im 1583 beginnenden Eheverzeichnis Herisau (vor 1590) ist am 17.01.1588 die des Hans Gmünder, Goriß Gmünders ehel. Sohn, mit Ursula Wyßin, Hans Wyßen ehel. Tochter. Ob diese die Eltern des 1589 geborenen Hans sind, kann anhand der Kirchenbücher nicht sicher gesagt werden.

Wer erforscht die Gmünder von Herisau und kann evtl. weitere Angaben machen?

Katharina Priscilla Gmünder heiratet am 17.02.1673 in Bruchsal-Heidelsheim den Marx Leutmann von St.Gallen.
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Wolf Seelentag, St.Gallen
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Gmünder im "Koller-Signer"

Post by Wolf »

KolSig09-Gmuender-500.jpg.jpg
Gmünder sind in Appenzell-Ausserrhoden seit vor 1800 in Herisau und Teufen verbürgert. Im "Koller-Signer" werden ja nicht alle genannten Namensträger eindeutig einem Bürgerort zugeordnet - nicht alle Nennungen im Zitat sind deswegen notwendigerweise Herisauer, aber das Zitat enthält viele für die Herisauer Linie relevanten Informationen.

Quelle: Ernst H. Koller, Jakob Signer; Appenzellisches Wappen- und Geschlechterbuch. Stämpfli, Bern und Aarau 1926.

Gmünder; ze Gmünden. De gemündin (1304); das zugrunde liegende «Gmünden» (zu «Gmünd», Stelle wo zwei Flüsse oder Bäche sich vereinigen) erscheint als Name von Örtlichkeiten bei Schlatt u. Teufen.
- Ulrich von Gmünden (Gmünden bei Haslen im Bez.Schlatt) aus dem Land App. wird 1304 Bürger v. St. G. u. damit Begründer eines bedeutenden Geschlechts daselbst (zwischen 1459 u. 1467 siegelt Jöryg G. als alt Bürgermeister u. als Bürgermeister).
- Uly Gmünder ab der Wiesen fällt 1428 im Treffen bei bei Gossau.
- Hans u. Uli die Gmünder werden 1436 zu Sturzenegg erwähnt.
- Haintz ze Gmünden ist 26. VII. 1429 einer der Bürgen für Bezahlung der Schuld an den Abt v. St. G., Henslin u. Uelin ze G. uss Tüfen urkunden 15. V. 1459 in gleicher Eigenschaft.
- Im Stiftungsbrief der Pfarrkirche in Teufen v. 26. VII. 1479 ist v. Henslin ze Gmünden Gut zu Herisau, gen. «in der Burg», die Rede.
- Bei Bezeichnung der Örtlichkeiten in einem Kaufbrief vom 30. VI. 1436 ist Gmünders Weide, zu Urnäschen gelegen, erwähnt.
- Othmar u. Hans G. haben 8. VI. 1483 mit andern das Gut Röttswil (Gde. Schwellbrunn) inne.
- Hermann G. u. s. Ehefrau Elsbeth sind 29. X. 1492 äbt. Lehensleute des Hofes Niederdorf (Gde. Gossau); er ist vielleicht identisch mit Hermann G., der 1508-09 als Kirchenpfleger u. Gde. -Vorsteher zu Herisau vorkommt.
- Ein Hans G., Enderli Gmünders Sohn, fällt am 19. XII. 1562 als Gemeiner bei Dreux.
- Ein Joh. Jak. Gmünder, v. Gonten, stirbt 1904 in Nordamerika, wo er grosse Ländereien besessen hat.

Archivar Friedrich Bauser verfasste 1923. die «Geschichte der Familie Gminder v. Reutlingen», in der er auch die St. Galler u. Herisauer Linie unter Beifügung v. Stammtafeln behandelt. Das Geschlecht wurde nachweisbar 1650 durch den Färber Konrad Gmünder (* 1627, + 1704) v. Herisau nach Reutlingen verpflanzt. Das Original des ihm v. der appenzell. Regierung 4. VI. 1650 ausgestellten Mannbriefes befindet sich im Stadtarchiv zu Reutlingen. Für Herisau unterscheidet Bauser folgende Familien:
1. diejenige des 1462 erwähnten Hans G. zu Sturzenegg;
2. diejenige des 1508 als Hptm. v. Herisau genannten Hermann G.;
3. diejenige des Hans G. in der Burg, gelegentl. auch Hans G. in der Gmünder in der Burg genannt (« Gmünder» war ein mit der Burg Urstein am Rande des Urnäschertobels verbundenes Anwesen).
Interessant ist die v. Archivar Bauser angeführte Beweisführung, die der Herkunft des Geschlechtes v. diesem «Gmünder» entgegentritt. Vor allem lässt die Urk. v. 1304 keinen Zweifel aufkommen, dass jener Ulricus de Gemündin v. Gmünden bei Schlatt war. Er ist der Ansicht, dass eben zufällig ein Gmünder Besitzer jenes «Gmünder» bei der Burg gewesen ist. In welchem Verwandtschaftsverhältnis Hans G. 1523 Hptm., zu dem ältern Hans G., dem Besitzer v. Sturzenegg, ist, kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden; er dürfte ein Sohn oder Enkel v. ihm u. Bruder oder Neffe des Hermann G. sein.
4. Zur selben Familie gehört ein Jackli G. oder ursprüngl. «Kleinjackli» genannt, der ein Gut in Buchschachen bei Sturzenegg hatte.
Diese Gesamtfamilie Gmünder auf Sturzenegg, in der Gmünden u. im Buchschachen war sehr vermöglich u. hat in Herisau eine Rolle gesielt.

Die Mschfts.Röd. führen 1531 in Rütiner Rh. (Andres G., Frau u. Kind 1535 mit 18 Mk. in der Schatzg.) 1 u. in Schlatter Rh. 4, 1541 in Herisau (Hans G., «Rohrenbub», zwischen 1556 u. 1574 des kl. Rats, 1552, 1554 u. 1560 reg. Hptm., Conratt Guttimut, ein Beiname der Gmünder von Herisau, zwischen 1558 u. 1571 des gr. u. kl. Rats, Hans G., 1554, Daniel G. 1556 Hauptleute von Herisau) 32 Mann auf; ein Francist zu Gmünden ist 1572 des gr. Rats v. Teufen. Nach dem Herisauer Kirchensteuerrodel v. 1576 zahlen: Jöri G. 3 Bz., Curalt G. 3 Bz., Galli G. 20 Bz., Hans, Debes, Jöri je 1 Gl., Hans G., der alt, 5 u. Hans G., der jung, 2 Bz., Jochem G. 10 Bz., Curatt Guttimut 2 Bz., Hennsli 3 Bz., Hans Guttimuts Kind 2 Gl. u. Hans G. 2 Bz.

Der Beiname «Rorers» für die Familie Gmünder ist schon 1618 bezeugt: Uli G., gen. «Rorenbuben Uli», vermacht der Kirche zu Herisau 1618 20 Pfd., den armen Leuten daselbst 20 Pfd. u. den armen Siechen zu Trogen 20 Pfd., wozu sein Sohn Hans G. die Einwilligung gibt.
Der Name «Rorer» dürfte auf den Wohnort v. Familienmitgliedern, welche in der Rohrerschar des Kirchspiels Herisau, wo das Geschlecht besonders verbreitet war, zurückzuführen sein; v. dort setzte es auch hinüber auf Hundwilergebiet hinauf bis Stechlenegg, welche Rhode nach der Landteilung zu I.-Rh. kam (Rohrersmühle ist der frühere Name des jetzigen Kurhauses Jakobsbad bei Gonten). Es liegt ausser Zweifel, dass es sich bei den St.Galler u. Appenzeller Gmünder (I.- u. A.-Rh.) um ein u. dieselbe Familie handelt, was auch durch die Wappen bestätigt wird. «Lohnebuben» nennt sich ein Zweig in Gonten.

Aus dem Geschlecht seien erwähnt:

Hans (Johannes) G., v. Herisau (nach Dr.Gabr.Rüsch, v.Teufen), 12.XI.1431 erstmals als Landammann (1431-32, 1435-36, 1439-40) erwähnt, 6.VI.1433 als Altammann im Streit zwischen Herisau u. St.G. einer der Boten Appenzells zu Baden. 20.III.1436, 28.XI.1437 u. 20.VII.1442 (in letzterer Urk. Hans ze Gmünden genannt) siegelte er als Ammann; n. einer Quittung des Hs. Ulrich v. Ems war er auch 4.II.1440 Landammann. Er muss vor 1460 gestorben sein, da am 17.IX.1460 v. Hans G., aman Gmünders sel. Sohn die Rede ist.

Hans (Johannes) G., in Herisau, auf Sturzenegg wohnhaft, siegelte 4.VII.1453 als des Rats zu App. für den Landmann Hans Bollenstein. 17.IX.1460 war er: «Hans Gmünder, aman Gmünders seligen sun, sesshaft uff Sturzenegg», einer der Bürgen bei der Schuldverschreibung an jJakob Peyer, die er, sowie einen Rechtsspruch v. 22.I.1484 über Zwistigkeiten, der Schlumpfen Güter auf der Egg betreffend, durch ihn u. einen Ulrich G. u. andere vermittelt, besiegelte. 1462 waren er u. s. Schwester Fida Mitinhaber des Hofes Sturzenegg, 12.XI.1463 quittierte Abt Ulrich VIII. v. St.G. Hans und Uli G. u. andere zu Sturzenegg für 70 Pfd.Pfg., die sie ihm beim Kauf 1462 schuldig geblieben waren. Hans verkaufte 1486 dem Pfr. Anselm einen Zins aus s. Wiese «im Moos» genannt.

Johannes G., v. Herisau, *14.IV.1589, +3.IV.1664, des Hans G., anerbot sich 1613, als Kandidat, in Herisau den Schuldienst zu versehen und, wenn nötig, als Pfarrhelfer zu funktionieren, war 1614 Pfr. in Speicher, 1622 in Hundwil, 1630-54 in Herisau, 1636 Dekan u. resignierte 1654. Er war Mitarbeiter einer appenzell. Chronik, die sich als Manuskript im Landesarch. befindet.

Johann Jakob G. (Stechlenegger Rh.), *1733, +1.V.1813. 1771 Rhodshptm., 1802 u 1803-04 Spitalmeister.

Josef Anton G. «Trilisbueb», v. u. in Gonten, *1832, +1870, machte sich als einer der bekanntesten Fergger (1852-1870) um die appenzell. Handstickerei verdient.
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