Hinrichtung von Gabriel Dupont in Genf

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benedik
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Hinrichtung von Gabriel Dupont in Genf

Beitrag von benedik » So 12. Aug 2018, 17:34

Werte Forscherkollegen, ich recherchiere die Geschichte der Familie Gerard Dupont d.Ä. aus Vireux-Wallerand, einem Dorf in den Ardennen. Der älteste und der jüngste Sohn dieser Familie sind ca. Anfang 1740 nach Chalon-sur-Saone gezogen. Der jüngere Sohn starb bald, übrig blieb Etienne Gerard Dupont, der in Chalon eine Goldschmieddynastie gründete. Von den sieben Kindern gerieten zwei Söhne auf die schiefe Bahn. Sie mußte deshalb Frankreich verlassen und ließen sich zunächst in Carouge nieder. Von den beiden ist nur Gabriel mit Namen bekannt. Dieser Gabriel schloß sich einer Diebesbande an, wurde aber geschnappt, angeklagt, zum Tode durch den Strang verurteilt und am 28 Juli 1784 in Genf hingerichtet. Die Frage ist nun, wo die hinterlassenen zwei Söhne und die Ehefrau abgeblieben sind. Die Söhne sind Etienne Dupont, *13. März 1774 in Chalon und Jean Baptiste Dupont, *20. September 1775, ebenfalls in Chalon. Von Etienne ist weiter gar nichts bekannt. Jean Baptiste hat am 12. April 1809 in Chalon Jeanne Nivet geheiratet. Deren Sohn Charles wurde am 1. Mai 1814 in Chalon geboren. Das weitere Schicksal der Genannten ist unbekannt. Weiter ist auch nicht bekannt, was mit der Ehefrau von Gabriel Dupont passierte, Nicole Narjoux. Die Heirat fand 1773 in Chalon statt. Die Frage ist weiter, wo die Hingerichteten in Genf bestattet wurden. Bekamen sie ein kirchliches Begräbnis und wurde der Tod in den Kirchenmatriken vermerkt? Welche Pfarre käme da in Frage? Die Familie ist durchgängig katholisch. Ich denke, ich fange mal damit an, die Matriken von Carouge durchzusehen. Das scheint ein Teilort von Genf zu sein. Gibt es eine Möglichkeit, die katholischen Kirchenbücher von Genf bzw. Carouge online einzusehen? Vielen Dank für Eure Hilfe!

Reinhold Benedik



Peter.D
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Re: Hinrichtung von Gabriel Dupont in Genf

Beitrag von Peter.D » Mo 13. Aug 2018, 17:59

Hallo Reinhold,

Die Bestattung von Hingerichteten und Selbstmördern war - insbesondere in den protestantischen Kantonen - lange Zeit sehr umstritten. In der Regel wurden diese Personen jedoch nicht auf den Kirchhöfen bestattet, sondern ausserhalb 'verschart'. In Basel gibt es allerdings für gewisse Perioden auch Verzeichnisse von beerdigten Hingerichteten. Eventuell kann dir das Genfer Staatsarchiv zur dortigen Praxis weitere Auskunft erteilen.
Die Angehörigen von Verbrechern wurden in der Regel ausgewiesen, soweit sie nicht Bürger waren.

Carouge scheint mir dagegen unwahrscheinlich als Bestattungsort des Verbrechers, da diese Gemeinde erst 1816 zu Genf kam und vorher zu Savoyen gehörten. Nicht ausgeschlossen ist natürlich, dass die Witwe und die Kinder nach ihrer Wegweisung zunächst in dieser katholischen Gemeinde Unterschlupf fanden.

Die Kirchenbücher des heutigen Kantons Genf sind weitgehend online zugänglich.

Peter



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