Hallo!
Ich bin in der Oberpfalz (Bayern) zuhause und etwas zu weit entfernt, um Näheres über diese Familie herauszufinden. Mein Problem:
In der Oberpfalz taucht 1514 eine Familie Teufel niederen Adels auf, deren Wappen identisch ist mit dem der angeblich Appenzeller Familie gleichen Namens.
Wappenbeschreibung: Geteilt von Rot und Gold, Drachenkopf in gewechselten Farben, aus dessen Nüstern silberne Flammen züngeln.
Die Entfernung ist ja recht weit, aber das schreckt mich nicht mehr ab. Die Zeiten haben die Leute von damals ordentlich umhergescheucht. Der Vater des Neu-Oberpfälzers war mit einer Waller von Bertholdsheim verheiratet. Bertholdsheim liegt an der Donau, nahe der Lechmündung, und gehörte damals zum Fürstentum Pfalz-Neuburg.
Wer waren diese Appenzeller Teufel, wo hatten sie ihren Sitz oder waren sie Bürger? Woher könnte ich Literatur über sie bekommen, besteht eine Wahrscheinlichkeit, dass sie sich bis nach Bayern ausgebreitet haben, ...?
Ich wäre recht dankbar für Tipps.
Teufel von Appenzell AI
Moderator: Wolf
-
E. Wengher
- Beiträge: 2
- Registriert: Mo 21. Feb 2011, 11:26
- Geschlecht: Weiblich
-
Wolf
- Moderator
- Beiträge: 10431
- Registriert: Sa 21. Mai 2005, 17:05
- Geschlecht: Männlich
- Wohnort: St.Gallen, Schweiz
Re: Teufel von Appenzell AI
Im "Koller-Signer" heisst es zu Teufel:
Teufel - Düfel, nhd. Teufel, das als uspr. Übername weit verbreitet ist.
- Hans T., Hans T.'s selig Sohn, im Land geborenm u. auferzogen, Martins Haslauers Tochtermann, wohnt in App. ennet der Brücke u. wird 1564 ins Landrecht aufgenommen; er ist 1535 in Rinkenbacher Rh. mit 45 Mk als Hintersass eingeschätzt.
- Uli Düfel, des Hans fällt 19.XII.1562 bei Dreux.
- Im Taufbuch v. App. sind 19.IX.1570 Hans T. u. Barbel Müllere, sin Ehefrow, erwähnt.
Das Wappen gleicht dem Wappen der adeligen Teufel v. Birkensee.
Es werden also keine Appenzeller Teufel früh genug erwähnt, um 1514 auswandern zu können. Auf die Ähnlichkeit der Wappen wird hingewiesen - allerdings (bzgl. eines genealogischen Zusammenhangs) sehr zurückhaltend.
Teufel - Düfel, nhd. Teufel, das als uspr. Übername weit verbreitet ist.
- Hans T., Hans T.'s selig Sohn, im Land geborenm u. auferzogen, Martins Haslauers Tochtermann, wohnt in App. ennet der Brücke u. wird 1564 ins Landrecht aufgenommen; er ist 1535 in Rinkenbacher Rh. mit 45 Mk als Hintersass eingeschätzt.
- Uli Düfel, des Hans fällt 19.XII.1562 bei Dreux.
- Im Taufbuch v. App. sind 19.IX.1570 Hans T. u. Barbel Müllere, sin Ehefrow, erwähnt.
Das Wappen gleicht dem Wappen der adeligen Teufel v. Birkensee.
Es werden also keine Appenzeller Teufel früh genug erwähnt, um 1514 auswandern zu können. Auf die Ähnlichkeit der Wappen wird hingewiesen - allerdings (bzgl. eines genealogischen Zusammenhangs) sehr zurückhaltend.
Wolf Seelentag, St.Gallen
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
-
E. Wengher
- Beiträge: 2
- Registriert: Mo 21. Feb 2011, 11:26
- Geschlecht: Weiblich
Re: Teufel von Appenzell AI
Vielen Dank!
Es wäre mir auch lieber gewesen, wenn die Teufel früher erwähnt worden wären. Zumindest sind sie aber nicht eine Familie des 19. Jhs. o.ä.
Die Oberpfälzer Teufel, von denen die Badischen abstammen, sind in der ersten Generation nur Beamte gewesen, die sich ein Landgut erheiratet haben. Dieser Grundbesitz wird oft dazu benützt, sich einen Adelstitel zu erwerben durch eine Art Gewohnheitsrecht. Die ursprünglichen Teufel müssen also sozial nicht hoch angesiedelt gewesen sein, falls das ein Hinderungsgrund ist, sie für dieselbe Familie anzusehen.
Ich bin immer noch sehr an den Appenzeller Teufel interessiert, weil ich noch nirgends ein so ähnliches, ja fast identisches Wappen gefunden habe.
Wovon hat man in Appenzell im 15./16. Jh. gelebt? Nur Bauern oder gab es einen Handelsweg bzw. Gewerbe? Wandert man in Appenzell 'zu' oder doch lieber 'aus'?
Meist ist der Bevölkerungsdruck in den Alpengegenden eher Richtung Flachland.
Es wäre mir auch lieber gewesen, wenn die Teufel früher erwähnt worden wären. Zumindest sind sie aber nicht eine Familie des 19. Jhs. o.ä.
Die Oberpfälzer Teufel, von denen die Badischen abstammen, sind in der ersten Generation nur Beamte gewesen, die sich ein Landgut erheiratet haben. Dieser Grundbesitz wird oft dazu benützt, sich einen Adelstitel zu erwerben durch eine Art Gewohnheitsrecht. Die ursprünglichen Teufel müssen also sozial nicht hoch angesiedelt gewesen sein, falls das ein Hinderungsgrund ist, sie für dieselbe Familie anzusehen.
Ich bin immer noch sehr an den Appenzeller Teufel interessiert, weil ich noch nirgends ein so ähnliches, ja fast identisches Wappen gefunden habe.
Wovon hat man in Appenzell im 15./16. Jh. gelebt? Nur Bauern oder gab es einen Handelsweg bzw. Gewerbe? Wandert man in Appenzell 'zu' oder doch lieber 'aus'?
Meist ist der Bevölkerungsdruck in den Alpengegenden eher Richtung Flachland.
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

