Bregy von Niedergesteln VS
Moderator: Svenja
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Mark Steinke
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Bregy von Niedergesteln VS
Meine ur-ur-ur großmutter, Maria Barbara Walburga (genannt Walburga) Bregy/Breggÿ/Breggi, wurde um 1810 zu Kanton Wallis geboren, glaube ich zu Niedergesteln. Gibt es jemand, der die Familie Bregy in Niedergesteln forschen ist? Oder hat jemand Zugriff auf die Kirchenbücher von Niedergesteln, den ich beauftragen könnte, Walburga's Taufeintrag zu suchen? Vielen Dank!
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Peter.D
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Re: Bregy von Niedergesteln VS
Die 1808 geborene Walburga Bregy erscheint in der Volkszählung von 1829 sowohl an ihrem Heimatort Niedergesteln wie auch am Arbeitsort in Raron. Die Eltern haben dann offenbar nicht mehr gelebt.
Dank der im Staatsarchiv neu verwendeten Handschriftenerkennung konnte ich die beiden Einträge rasch finden. Allerdings sind die Resultate des Tools zum Teil schwer verständlich, insbesondere bei der alten deutschen Schreibschrift.
Die Kirchenbücher sind zwar im Wallis grösstenteils mikroverfilmt, aber der Zugang benötigt eine Bewilligung (siehe hier). Die Originale der Bücher befinden sich m.W. noch bei der Pfarrei. Vielleicht kann die Burgergemeinde Niedergesteln helfen, möglicherweise kennen sie einen Lokalhistoriker oder es gibt sogar noch ein Burgerregister aus jener Zeit. Solche Register hätten die Gemeinden ab 1829 eigentlich führen müssen, aber lange nicht alle haben das wirklich gemacht.
Wo hat die Walburga später geheiratet?
Peter
Dank der im Staatsarchiv neu verwendeten Handschriftenerkennung konnte ich die beiden Einträge rasch finden. Allerdings sind die Resultate des Tools zum Teil schwer verständlich, insbesondere bei der alten deutschen Schreibschrift.
Die Kirchenbücher sind zwar im Wallis grösstenteils mikroverfilmt, aber der Zugang benötigt eine Bewilligung (siehe hier). Die Originale der Bücher befinden sich m.W. noch bei der Pfarrei. Vielleicht kann die Burgergemeinde Niedergesteln helfen, möglicherweise kennen sie einen Lokalhistoriker oder es gibt sogar noch ein Burgerregister aus jener Zeit. Solche Register hätten die Gemeinden ab 1829 eigentlich führen müssen, aber lange nicht alle haben das wirklich gemacht.
Wo hat die Walburga später geheiratet?
Peter
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Mark Steinke
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Re: Bregy von Niedergesteln VS
Vielen Dank für die Informationen! Ich habe Walburga auch in der Volkszählung von 1837 sowohl in Niedergesteln als auch in Sitten gefunden, wo sie zu dieser Zeit gearbeitet hat. Ich glaube, daß sie um 1841 in Sitten Franz Joseph Hasenböhler heiratete. Nach ihrer Heirat zogen sie in seinen Heimatort Therwil im Kanton Basellandschaft. In Therwil bekamen sie vier Kinder, bevor sie 1850 in die USA auswanderten. Walburga starb 1894 und ist in Wapakoneta, Ohio, begraben.
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Peter.D
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Re: Bregy von Niedergesteln VS
Die Auswanderung der Familie Hasenböhler-Bregy aus Therwil erfolgte mit Bewilligung des Regierungsrates vom 24.1.1850. Gleichzeitig wurde der Familie auch die sogenannte Auskündigung erlaubt, d.h. sie durften den Verkauf des nicht nach Amerika mitzunehmenden Eigentums öffentlich ausschreiben, meist in Form einer freiwilligen Gant.
Hast du auch herausgefunden, mit welchem Schiff die Familie in die USA gelangte?
Peter
Hast du auch herausgefunden, mit welchem Schiff die Familie in die USA gelangte?
Peter
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Mark Steinke
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Re: Bregy von Niedergesteln VS
Fanatastische Informationen! Vielen, vielen Dank!
Ja, die Familie Hasenböhler verließ Therwil und ging nach Le Havre, wo das Schweizer Konsulat am 18. März 1850 einen Reisepass ausstellte. Die Familie ging dann an Bord des Schiffes „St. Nicolas“ und segelte nach New York. Die Ankunftsliste dort ist auf den 13. April 1850 datiert.
Mark
Ja, die Familie Hasenböhler verließ Therwil und ging nach Le Havre, wo das Schweizer Konsulat am 18. März 1850 einen Reisepass ausstellte. Die Familie ging dann an Bord des Schiffes „St. Nicolas“ und segelte nach New York. Die Ankunftsliste dort ist auf den 13. April 1850 datiert.
Mark
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Peter.D
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Re: Bregy von Niedergesteln VS
Hallo Mark, hat die Familie in den USA diese interessanten Dokumente bis heute aufbewahrt? Weitere Dokumente befinden sich wohl auch im Staatsarchiv in Liestal - aber leider nicht online.
Peter
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Mark Steinke
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Re: Bregy von Niedergesteln VS
Ja, ich bin in der glücklichen Lage, diese Dokumente in meinem Besitz zu haben.
Ich war im Staatsarchiv in Liestal und habe die Familie Hasenböhler in den Kirchenbüchern von Therwil recherchiert. Allerdings konnte ich die Herkunft der Frau von Joseph Hasenböhler, Walburga Breggi, nicht finden. Sie waren nicht in Therwil verheiratet. Es scheint, daß Joseph Therwil für einige Zeit verlassen hat und um 1843 mit einer Frau zurückkehrte. Der Archivar recherchierte, während ich dort war, und fand heraus, daß der Nachname Breggi aus dem Kanton Wallis stammt, und er schlug vor, daß ich dort nach Walburga suchen sollte. Ich habe kürzlich mehrere DNA-Übereinstimmungen mit Personen in der Umgebung von Gampel und Steg gefunden. Ich habe mir die Volkszählungsaufzeichnungen in diesem Gebiet angesehen und die einzige Walburga Breggÿ, die ich gefunden habe, stammte aus Niedergesteln und war 1829 in Raron und 1837 in Sitten tätig. Ich glaube, daß dies meine Ur-Ur-Ur-Großmutter ist, die Joseph Hasenböhler heiratete, aber ich würde gerne ein Dokument finden, das dies bestätigt.
Mark
Ich war im Staatsarchiv in Liestal und habe die Familie Hasenböhler in den Kirchenbüchern von Therwil recherchiert. Allerdings konnte ich die Herkunft der Frau von Joseph Hasenböhler, Walburga Breggi, nicht finden. Sie waren nicht in Therwil verheiratet. Es scheint, daß Joseph Therwil für einige Zeit verlassen hat und um 1843 mit einer Frau zurückkehrte. Der Archivar recherchierte, während ich dort war, und fand heraus, daß der Nachname Breggi aus dem Kanton Wallis stammt, und er schlug vor, daß ich dort nach Walburga suchen sollte. Ich habe kürzlich mehrere DNA-Übereinstimmungen mit Personen in der Umgebung von Gampel und Steg gefunden. Ich habe mir die Volkszählungsaufzeichnungen in diesem Gebiet angesehen und die einzige Walburga Breggÿ, die ich gefunden habe, stammte aus Niedergesteln und war 1829 in Raron und 1837 in Sitten tätig. Ich glaube, daß dies meine Ur-Ur-Ur-Großmutter ist, die Joseph Hasenböhler heiratete, aber ich würde gerne ein Dokument finden, das dies bestätigt.
Mark
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Peter.D
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Re: Bregy von Niedergesteln VS
Hallo Mark
Die Wahrscheinlichkeit ist natürlich gross, dass es sich um die 1808 in Niedergesteln geborene Walburga Bregy handelt. Um ganz sicher zu sein, müsstest du allerdings sowohl den Tauf- wie auch den Eheeintrag aus dem Wallis einsehen. Wie schon dargelegt, ist das leider in diesem Kanton äusserst umständlich. Die Ehen wurden damals auch sonst in der Schweiz nicht in den Taufregistern vermerkt.
Eventuell gibt es aber einen anderen Weg, falls auch die Burgergemeinde Niedergesteln nicht weiterhelfen kann:
Franz Josef Hasenböhler wollte nämlich Anfang 1844 das Vermögen seiner Frau (Frauengut) aus dem Wallis nach Therwil transferieren. Das Departement des Innern des Kantons Wallis verlangte aber dafür eine sogenannte Gegenrechtszusicherung von Baselland, d.h. dass auch ein Walliser in Baselland sein Vermögen ohne Abgaben ins Wallis ziehen könnte. Gemäss Protokoll des Regierungsrats vom 15.6.1844 wurde diese Zusicherung abgegeben, entweder an den Regierungsrat im Wallis (Conseil d'état) oder direkt ans Departement des Innern. Frag doch mal im Staatsarchiv Wallis an, ob es zu diesem Vorgang noch Dokumente gibt. Vielleicht ist darin auch der Ort der Heirat und die Art des Vermögens erwähnt. Interessant wäre auch zu wissen, wieso Franz Josef ins Wallis gekommen war. Das war ja damals fast so weit weg von Therwil wie Amerika ...
Leider hat auch der Pfarrer im wohl erst nach 1857 erstellten Familienregister von Therwil kein Blatt für die Familie Hasenböhler-Bregy eröffnet, obwohl die Familie aufgrund der staatlich bewilligten Migration ihr Bürgerrecht nicht verloren hatte. Vor 1881 hatten sich insbesondere die katholischen Pfarrer schwer getan mit Registern, die nicht von ihrem Bischof, sondern vom Staat angeordnet worden waren.
Peter
Die Wahrscheinlichkeit ist natürlich gross, dass es sich um die 1808 in Niedergesteln geborene Walburga Bregy handelt. Um ganz sicher zu sein, müsstest du allerdings sowohl den Tauf- wie auch den Eheeintrag aus dem Wallis einsehen. Wie schon dargelegt, ist das leider in diesem Kanton äusserst umständlich. Die Ehen wurden damals auch sonst in der Schweiz nicht in den Taufregistern vermerkt.
Eventuell gibt es aber einen anderen Weg, falls auch die Burgergemeinde Niedergesteln nicht weiterhelfen kann:
Franz Josef Hasenböhler wollte nämlich Anfang 1844 das Vermögen seiner Frau (Frauengut) aus dem Wallis nach Therwil transferieren. Das Departement des Innern des Kantons Wallis verlangte aber dafür eine sogenannte Gegenrechtszusicherung von Baselland, d.h. dass auch ein Walliser in Baselland sein Vermögen ohne Abgaben ins Wallis ziehen könnte. Gemäss Protokoll des Regierungsrats vom 15.6.1844 wurde diese Zusicherung abgegeben, entweder an den Regierungsrat im Wallis (Conseil d'état) oder direkt ans Departement des Innern. Frag doch mal im Staatsarchiv Wallis an, ob es zu diesem Vorgang noch Dokumente gibt. Vielleicht ist darin auch der Ort der Heirat und die Art des Vermögens erwähnt. Interessant wäre auch zu wissen, wieso Franz Josef ins Wallis gekommen war. Das war ja damals fast so weit weg von Therwil wie Amerika ...
Leider hat auch der Pfarrer im wohl erst nach 1857 erstellten Familienregister von Therwil kein Blatt für die Familie Hasenböhler-Bregy eröffnet, obwohl die Familie aufgrund der staatlich bewilligten Migration ihr Bürgerrecht nicht verloren hatte. Vor 1881 hatten sich insbesondere die katholischen Pfarrer schwer getan mit Registern, die nicht von ihrem Bischof, sondern vom Staat angeordnet worden waren.
Peter
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Mark Steinke
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Re: Bregy von Niedergesteln VS
Hallo Peter,
Vielen Dank für das Auffinden des Eintrags über die Vermögensübertragung! Damit ist jeder Zweifel ausgeräumt, dass Walburga aus dem Kanton Wallis stammt.
Ich weiß nicht, warum Franz Joseph Hasenböhler in den Kanton Wallis ausgewandert ist, aber ich habe eine Hypothese. Ich weiß, dass es in Sitten eine große Gemeinschaft von Kapuzinern gab, und vielleicht war Joseph auf der Suche nach einer möglichen religiösen Berufung und lebte bei den Kapuzinern. Walburgas Beruf wurde 1837 als Dienstmagd angegeben, und vielleicht war sie ein Dienstmagd bei den Kapuzinern. Das ist nur eine Vermutung, aber das würde erklären, warum Joseph in Sitten war und wie sie sich kennenlernten.
Nochmals vielen Dank für Ihre sehr wertvolle Hilfe!
Mark
Vielen Dank für das Auffinden des Eintrags über die Vermögensübertragung! Damit ist jeder Zweifel ausgeräumt, dass Walburga aus dem Kanton Wallis stammt.
Ich weiß nicht, warum Franz Joseph Hasenböhler in den Kanton Wallis ausgewandert ist, aber ich habe eine Hypothese. Ich weiß, dass es in Sitten eine große Gemeinschaft von Kapuzinern gab, und vielleicht war Joseph auf der Suche nach einer möglichen religiösen Berufung und lebte bei den Kapuzinern. Walburgas Beruf wurde 1837 als Dienstmagd angegeben, und vielleicht war sie ein Dienstmagd bei den Kapuzinern. Das ist nur eine Vermutung, aber das würde erklären, warum Joseph in Sitten war und wie sie sich kennenlernten.
Nochmals vielen Dank für Ihre sehr wertvolle Hilfe!
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Re: Bregy von Niedergesteln VS
Vielen Dank an Peter D. für den Hinweis auf das Protokoll des Regierungsrats. Dadurch habe ich herausgefunden, dass Franz Joseph Hasenböhler im Jahr 1842 die Erlaubnis beantragte, Waldburga Breggÿ ausserhalb des Kantons Basel-Landschaft zu heiraten. In seinem Antrag wird angegeben, dass Waldburga aus „Niedergestelen“ im Kanton Wallis stammte und sowohl er als auch Waldburga in Freiburg wohnhaft waren. Sein Gesuch wurde am 5. November 1842 genehmigt (Eintrag Nr. 3340, https://memory.bl.ch/suche?q=Regierungs ... U6MjYxMjQ0).
Durch diesen Beleg habe ich nun den Beweis, dass meine Urururgrossmutter tatsächlich aus Niedergesteln stammte, wie ich bereits vermutet hatte. Da ich nun wusste, dass sie 1842 in Freiburg/Fribourg lebten, konnte ich dort ihren Heiratseintrag in der Kirche St. Nikolaus vom 14. November 1842 finden. In ihrem Eheeintrag wird zusätzlich Waldburgas Vater, Johannes Breggy aus „Nieder-Castelen, Vallais“, genannt – somit konnte ich einen weiteren Namen in meinen Stammbaum aufnehmen! Nun stehe ich vor der Herausforderung, die Familie in den Kirchenbüchern von Niedergesteln zu erforschen
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Durch diesen Beleg habe ich nun den Beweis, dass meine Urururgrossmutter tatsächlich aus Niedergesteln stammte, wie ich bereits vermutet hatte. Da ich nun wusste, dass sie 1842 in Freiburg/Fribourg lebten, konnte ich dort ihren Heiratseintrag in der Kirche St. Nikolaus vom 14. November 1842 finden. In ihrem Eheeintrag wird zusätzlich Waldburgas Vater, Johannes Breggy aus „Nieder-Castelen, Vallais“, genannt – somit konnte ich einen weiteren Namen in meinen Stammbaum aufnehmen! Nun stehe ich vor der Herausforderung, die Familie in den Kirchenbüchern von Niedergesteln zu erforschen
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