Schaub von Tenniken BL

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AndIseli
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Schaub von Tenniken BL

Beitrag von AndIseli » Mo 24. Apr 2023, 10:41

Hallo zusammen

Ich bin auf der Suche nach den Eltern des Hans Schaub, geboren um 1730 und verstorben um 1773 in Tenniken. Im Totenrodel Tenniken 3 gibt es 1773 diesen Eintrag, den ich aber nicht lesen kann.
Ich lese: 1773, den 26. Februar, Hans Schaub, .....

Der gesuchte Hans Schaub war mit Barbara Buser verheiratet (Ehe am 3.3.1761 in Tenniken 3). Dort lese ich
3. März Hans Schaub und ??? Barbara Buser ? Zeggliweg(???).

Kennt vielleicht jemand diesen Hans Schaub und die Barbara Buser und konnte schon die Eltern identifizieren?
Vielen Dank
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Walter
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Re: Schaub von Tenniken BL

Beitrag von Walter » Mo 24. Apr 2023, 12:25

AndIseli hat geschrieben: Mo 24. Apr 2023, 10:41 Hallo zusammen

Ich bin auf der Suche nach den Eltern des Hans Schaub, geboren um 1730 und verstorben um 1773 in Tenniken. Im Totenrodel Tenniken 3 gibt es 1773 diesen Eintrag, den ich aber nicht lesen kann.
Ich lese: 1773, den 26. Februar, Hans Schaub, .....
Ich meine folgendes zu lesen:
... Haäs Hans at 60 J(ahre) 10 Tag(e)
damit müsste dieser Hans Schaub um 1713 geboren sein.



Wolf
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Re: Schaub von Tenniken BL

Beitrag von Wolf » Mo 24. Apr 2023, 12:33

Walter war wieder einmal schneller :o.

Wenn die Register online einsehbar sind, sollte man immer(!) die Links angeben: dort kann man sich die Einträge (in diesem Fall) mit höherer Auflösung anschauen - und umstehende Einträge konsultieren, um eine Handschrift zu "lernen".

Sterbeeintrag 1773
den 26ten Febr. Hanß Schaub Heü(?) Hanß aet 68(?) j 16(?) tag.
Bei dem "Heü(?)" könnte es sich um einen Übernamen handeln: waren die in BL üblich? Der sonst mögliche Hinweis auf den Vater erscheint mir bei einem über 60-Jährigen unwahrscheinlich.
Wenn ich die Altersangabe richtig gelesen habe, müsste er Anf. Feb. 1705 geboren sein - leider sind diese Seiten im Taufregister schwer beschädigt.
Bei dem Sterbealter bin ich mir nicht sicher - auf jeden Fall war er älter als 60 Jahre, wäre also vor 1714 geboren.

Heiratseintrag 1761
den 3ten mertzen Hanß Schaub + Jgf. [Jungfer / Jungfrau] Barbara Bußer.
Was das "o" bedeutet, kann ich nicht sagen.
Die Ortsangabe ist abgekürzt - ich lese Zogg…weg, kann damit aber auch nichts anfangen.


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Re: Schaub von Tenniken BL

Beitrag von AndIseli » Mo 24. Apr 2023, 12:40

Danke Wolf und Walter
Ja, solche Übernamen sind mir im Baselland schon öfter begegnet.

Hier ist der Link zum Heiratsregister
https://memory.bl.ch/familienforschung/ ... 20Tenniken

Und zum Sterberegister
https://memory.bl.ch/familienforschung/ ... 20Tenniken



Walter
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Re: Schaub von Tenniken BL

Beitrag von Walter » Mo 24. Apr 2023, 12:55

Wolf hat geschrieben: Mo 24. Apr 2023, 12:33 Die Ortsangabe ist abgekürzt - ich lese Zogg…weg, kann damit aber auch nichts anfangen.
Logisch erscheint mir nur "Ze(l)gliweg"
Ein vergessenes "l" kann ja möglich sein ...



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Re: Schaub von Tenniken BL

Beitrag von Peter.D » Mo 24. Apr 2023, 16:28

In Analogie zum Eintrag gleich darüber lese ich: zog gl. weg, also vermutlich zog gleich weg. Der Zelgliweg ist ja eine neuere Schöpfung.
1766 ist eine Taufe des wohl gleichen Ehepaars Schaub-Buser eingetragen, wobei beim Sohn Johannes eine Bemerkung steht, die eventuell heisst: in Buckten Bürger.

Peter



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Re: Schaub von Tenniken BL

Beitrag von bus68 » So 26. Apr 2026, 16:45

Hallo

Beim Sterbeeintrag des Johannes Schaub (1773) bin ich nach angestrengtem langem Nachdenken zum Vorschlag "Schärr Hans" (statt "Häu Hans") gekommen.
Das mag seltsam klingen angesichts des andersartigen "Sch" im vorhergehenden Wort ("Schaub"), aber zwei Einträge vorher begräbt ein "Johannes Tscheppeler" sein Töchterchen, und das "sch" ist dort fast identisch geschrieben.

Hintergund:
Scheinbar gibt es in Tenniken eine "Sippe" namens "Scheerlis","Scheer" oder "Schärr". Diese Bezeichungen habe ich vor allem in zwei Familienregistern gefunden:
- Kirchenbuch Rümlingen Band 39: S.103 [pdf: S.55/168]: Hier wird die Familie unseres Johannes Schaub *1766 dokumentiert, sein Vater als "Scherrhans?" notiert.
- Kirchenbuch Tenniken Band 20: S.132-135 (pdf: S.69 und 70/95): zwei etwas moderne Mitglieder der Schaub-Familie, Hans Jakob Schaub *1765 und sein Sohn ("Scheerli" und "Scheerlis Sohn").

Ein erster provisorischer Wurf für die Familienverhältnisse könnte wie folgt aussehen:
(das ist wirklich nur ein Vorschlag, der geprüft werden muss)

Johannes Schaub ~3.11.1704 in Tenniken BL, †1773 als "Schärr Hans?"
  • ooI Anna Wirz(*???-†6.1744) von Wenslingen, Heirat am 9.2.1726 in Tenniken BL
    deren gemeinsame Kinder:
    • 1. Johann Jakob Schaub ~26.11.1726
      oo Elisabeth Mundwiler am 28.2.1757 in Frenkendorf BL
      • Kind: Anna Schaub ~11.9.1757 in Tenniken Bl (Vater: "Schärer-Hansens? Sohn")
    • 2. Anna Schaub ~11.12.1729
    • 3. Johann Schaub ~10.12.1734
      oo Johanna Katharina Mundwiler am 3.12.1759 in Frenkendorf BL
      (identisch? mit Anna Mundwiler oo 13.11.1759 in Tenniken)
      • Kind: Johann Jakob Schaub ~3.8.1765 ("Scheerli", Tenniken Band 20, S.133)
        oo Barbara Meyer 1793
        • Kind: Johann Schaub ~3.8.1796 ("Scheerlis Sohn", Tenniken Band 20, S.134)
    • 4. Elisabeth Schaub ~23.2.1738
    Bemerkung: die beiden Ehefrauen "Mundwiler" sind Geschwister von Tenniken.
  • [fehlende Hinweise 1744-1761]
  • ooII Barbara Buser am 3.3.1761 in Tenniken BL
    • Kind: Johannes Schaub ~30.11.1766 (Rümlingen Band 39, S.103 [pdf: 55/169]: Vater wird als "Scheerhans" bezeichnet)
Weitere Bemerkungen:

Die Zahl der potentiellen Johannes Schaubs von Tenniken BL ist überschaubar, eine richtige Zuordnung sollte möglich sein. Untypisch ist aber die grössere Anzahl von Ehen mit jeweils nur wenigen Kindern, was die Lebensläufe der Kandidaten verkompliziert.

Beim Tod 1773 war Johannes Schaub Sohn (*1766) ca. 7 Jahre alt, seine Mutter heiratete schnell wieder. Müsste da nicht irgendwo ein Vermerk zum Verbleib des minderjährigen Sohnes auftauchen, z.B. von einem Chorgericht?

Liebe Grüsse
bus68



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Re: Schaub von Tenniken BL

Beitrag von Peter.D » So 26. Apr 2026, 17:33

bus68 hat geschrieben: So 26. Apr 2026, 16:45 Müsste da nicht irgendwo ein Vermerk zum Verbleib des minderjährigen Sohnes auftauchen, z.B. von einem Chorgericht?
Ein lokales Chorgericht wie z.B. im Kanton Bern gab es in Basel nicht und das zentrale Ehegericht in der Stadt Basel war nicht für Vormundschaften zuständig. Beim Tod des Vaters wurde über die Kinder eine Vormundschaft (Vogtei) errichtet. Zuständig war primär die Gemeinde, die vermutlich keine Akten mehr über diese frühe Zeit hat. Die Aufsicht lag für Tenniken beim Amt Farnsburg. Dort gibt es noch Bände zu den Waisensachen - aber ob da alle oder überhaupt Einzelfälle eingetragen sind, müsstest du beim StABL nachfragen oder selbst nachsehen.

Aber der Sohn behielt ja trotz der zweiten Heirat der Mutter den Familiennamen des leiblichen Vaters, müsste also in den Kirchenbüchern theoretisch nachverfolgt werden können. Eine Adoption kannte Basel damals nicht, höchstens eine Namensänderung konnte bewilligt werden.

Peter



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Re: Schaub von Tenniken BL

Beitrag von bus68 » Di 28. Apr 2026, 18:18

Hallo Peter

Ich hatte mir schon gedacht, dass mein Vorschlag irgendeinen Haken hat. Die Sache mit dem Chorgericht war mir bis jetzt nicht bewusst, ich habe ja auch erst 2-3 Kirchenbücher im Kanton BL durchgeblättert... :oops:

An dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön an Dich. Ich schätze es sehr, dass Du regelmässig Dein fundiertes Hintergrundwissen mit einbringst. Das macht einfach mehr Spass, als stundenlang nur nach schnöden Taufdaten zu suchen...

Liebe Grüsse
bus68



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Re: Schaub von Tenniken BL

Beitrag von AndIseli » Di 28. Apr 2026, 19:42

Hallo zusammen

Ich habe noch den Martin Schaub - Der Scherr. Er tauft am 15.12.1667 einen Sohn Fridle. Im Tenniken 1, Seite 223.
Vielleicht ist er der Vorfahre all der Scherrs. Ich vermute er ist der Sohn von Fridlin Schaub und Verena Vögtlin.

https://memory.bl.ch/familienforschung/ ... U6MTU1OTcz

Gruss
André



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Re: Schaub von Tenniken BL

Beitrag von bus68 » Di 28. Apr 2026, 23:46

Hallo

Der erste Eintrag der Schaubs im Kirchenbuch Tenniken stammt vermutlich von 1628 (Geburt des Heinrich am 6.4.1628). Da in dieser Zeit nur eine Familie Schaub dort aktiv war, gehört sicher auch dieser Martin dazu.

Danach geht es weiter in Gelterkinden BL. Fridlin Schaub und Verena Vögtlin haben 1624 dort geheiratet.

Ich freue mich jedes Mal, wenn ich zufällig wieder im Taufregister von Gelterkinden BL lande. Dort hat jemand ab 1595 ein kleines Kunstwerk geschaffen...

Liebe Grüsse
bus68



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Re: Schaub von Tenniken BL

Beitrag von AndIseli » Do 30. Apr 2026, 15:25

In Texten über den Bauernkrieg von 1653 habe ich noch Interessantes gefunden. Da wäre es sehr spannend zu wissen welcher Hans Schaub und welcher Jakob Schaub aus Tenniken da 1653 aktiv waren:

Sucht man in den Downloads hier nach Schaub findet man diese Texte:
ETH-Bibliothek / Der Bauernkrieg von 1653 in der Landschaft Basel
https://www.e-rara.ch/zut/doi/10.3931/e-rara-92279

Seite 138:
„.. Einem Jk. Schaub von Tenniken endlich wurde durch den Scharfrichter das Ohr abgehauen , als Wiedervergeltung dessen, was er an Hans Müller, genannt Baselhans, gethan hatte ; zwei andere , die ihm bei der That geholfen , mussten ihn bei der Vollziehung des Urlheils halten ; die Gemeinde Tenniken musste dem Müller 50 fl. Geben ...“

Seite 139: Hier werden Akten erwähnt, die ich aber noch nicht näher eingrenzen konnte

ETH-Bibliothek / Der Bauernkrieg im Jahr 1653, oder der grosse Volksaufstand in der Schweiz
https://www.e-rara.ch/zut/doi/10.3931/e-rara-92668

Seite 423:
Im Kanton Basel wurden in einer Woche mehr als 170 Landleute , mit Stricken oder Ketten gebunden , in die Stadt gebracht, und alle Gefängnisse mit denselben angefüllt . ....

Seite 424:
Hans Schaub und Jakob Schaub, von Tenniken. Am 14. Juni bestellte der Rath von Basel eine außerordentliche Kommission , und gab ihr die Vollmacht, die Gefangenen , auch mit Anwendung der Folter , zu examiniern , und die Anklagsakte zu entwerfen ; sie bestand aus den Rathsherren Bonifaz Burkhard , Brandmüller, Pauler , Werenfels, Stähelin und Weiß.

Seite 453:
„... Hans Schaub, von Tenniken , Georg Marti, Gerber von Bukten , Jsak Dettwyler, von Langenbruck und Hans Krayer, von Lampenberg , wurden , die drei erstem für 10 Jahre , die andern für 2 bis 4 Jahre , auf Die Venetianischen Galeeren, " 53 )

53) Als man sie am 9. August dahin abführen wollte , wurden sie zwischen Säckingen und Laufenburg von den Schwarzwälder und Frickthaler Bauern aus den Händen der sie begleitenden Wache befreit , und konnten sie glücklich entrinnen.

Seite 454:
Dem Jakob Schaub, von früher einem der Regierung treu gebliebenen Tenniken , welcher Landmanne ein Ohr weggeschnitten hatte , wurde , gemäß obrigkeitlichem Spruche , am 1. August durch die Hand des Scharfrichters ein Gleiches gethan , und seine Mithelfer bei jener Mißhandlung , Joggi Recher und Hans Dalcher von Liestal , mußicn auch dieser obrigkeitlichen Ohroperation beiwohnen und dabei behilflich sein.



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