Hallo zusammen
Innerhalb des letzten Jahres sind zwei Bekannte verstorben, die sich intensiv mit Ahnenforschung beschäftigt haben. Sie waren aber nur Bekannte, so dass der Kontakt quasi abrupt aufgehört hat und ich keine Möglichkeit mehr habe, auf deren wertvolle, harte Arbeit zuzugreifen. Nach langer Recherche nach einer Familie bin ich letzte Woche auf eine Webseite gestossen, die einige meiner Fragen hätte beantworten können. Sie wurde bis 2005 gepflegt. Auf meine Email an den Besitzer, kam eine Email-Fehlermeldung, dass es diese Adresse nicht mehr gäbe zurück. Evtl. ist die Dame ebenfalls verstorben. Der Zugang auf die Ahnenforschungs-Information ist passwortgeschützt. Die wunderbare Seite iseli.org wurde bis 2006 mit viel Liebe gepflegt. Seither ist die Domäne verwaist.
Es ist sehr frustrierend. Aber das wirkliche Problem, was ich sehe ist, wie wir alle unsere wertvolle, mühevolle Arbeit irgendwie erhalten können.
Habt Ihr dafür einen Plan?
- Übergabe an andere Familienmitglieder
- Weitergabe in einem Verein
- Speichern auf irgendeinem physischen Speichermedium
- Ausdrucken als Buch
- Speicherung im Internet auf einer eigenen Webseite
- Hochladen an einen kostenpflichtigen Ahnenforschungs-Anbieter
Was macht Ihr, damit Eure wichtigen Erkenntnisse erhalten bleiben? Und die Verfügbarkeit sollte ja auch gewissen Anforderungen entsprechen:
- Auffindbar für die Berechtigten
- Zugang ohne Kostenpflicht
- Persönlichkeits-Schutz lebender Verwandter eingehalten
- Haltbar bis unbegrenzt
- .......
Es würde mich sehr interessieren, was Ihr für Euch dafür vorgesehen habt.
Gruss
André
Langfristiger Erhalt Eurer Ahnenforschungs-Daten
Supranationales
-
AndIseli
- Beiträge: 219
- Registriert: Do 10. Nov 2016, 14:40
- Geschlecht: Männlich
-
Wolf
- Moderator
- Beiträge: 10431
- Registriert: Sa 21. Mai 2005, 17:05
- Geschlecht: Männlich
- Wohnort: St.Gallen, Schweiz
Re: Langfristiger Erhalt Eurer Ahnenforschungs-Daten
Erst einmal zu nicht mehr zugänglichen Webseiten - da hilft oft die WayBackMachine - z.B. https://web.archive.org/web/20040415000000*/iseli.org.
Zur generellen Frage: da hat eine Arbeitsgruppe der GHGO ein Konzept zusammengestellt: https://www.ghgo.ch/?view=article&id=84 mit dem Ergebnis auf https://www.ghgo.ch/images/Dokumente/Ge ... on-1-0.pdf.
Zur generellen Frage: da hat eine Arbeitsgruppe der GHGO ein Konzept zusammengestellt: https://www.ghgo.ch/?view=article&id=84 mit dem Ergebnis auf https://www.ghgo.ch/images/Dokumente/Ge ... on-1-0.pdf.
Wolf Seelentag, St.Gallen
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
-
maop
- Beiträge: 7
- Registriert: Di 4. Jun 2024, 22:05
- Geschlecht: Weiblich
Re: Langfristiger Erhalt Eurer Ahnenforschungs-Daten
Ich war kürzlich an einer geneanologischen Weiterbildung im Staatsarchiv in Aarau und da wurden wir Hobby-GeneanologInnen darauf aufmerksam gemacht, dass man die Daten dem Staatsarchiv zur Verfügung stellen kann. Ich habe mich aber nicht genauer erkundigt wie, was, wo... Aber vielleicht ist das ein interessanter Hinweis.
-
Ruhn
- Beiträge: 43
- Registriert: Mo 29. Jul 2024, 20:19
- Geschlecht: Männlich
Re: Langfristiger Erhalt Eurer Ahnenforschungs-Daten
Ich gehe per Zufall am Mittwoch in das Archiv nach Aarau. Ich frage mal nach, würde mich auch interessieren. Ich habe meine "Familiengeschichte" als Buch/Bücher gedruckt und in der Familie verteilt.
-
Gene
- Beiträge: 4
- Registriert: Di 2. Jun 2026, 20:41
- Geschlecht: Männlich
Re: Langfristiger Erhalt Eurer Ahnenforschungs-Daten
Ich bin noch nicht so weit, und habe daher in dieser Hinsicht noch keinen Plan ausgearbeitet. Auf jeden Fall gibt es mehr Möglichkeiten, als Du hier aufgelistet hast.AndIseli hat geschrieben: Mo 25. Mär 2024, 10:16 ... Aber das wirkliche Problem, was ich sehe ist, wie wir alle unsere wertvolle, mühevolle Arbeit irgendwie erhalten können.
Habt Ihr dafür einen Plan?
- Übergabe an andere Familienmitglieder
- Weitergabe in einem Verein
- Speichern auf irgendeinem physischen Speichermedium
- Ausdrucken als Buch
- Speicherung im Internet auf einer eigenen Webseite
- Hochladen an einen kostenpflichtigen Ahnenforschungs-Anbieter
Ich hatte mich z.B. auseinander gesetzt mit den eher enttäuschten Erfahrungen eines inzwischen verstorbenen Bekannten mit Interesse an seiner Familiengeschichte. Er war vor 30 Jahren auf Werbung von einem Betrüger herein gefallen. Sein Großvater hat wohl seine Familienbibel dem Stadtmuseum seiner Heimatstadt vermacht. Mein Bekannter hatte eigene handschriftliche Notizen angefertigt zu den Eintragungen in der Familienbibel. Damit habe ich eigene Recherchen angestellt, und ihm Zwischenergebnisse zurück gemeldet. Bei der Anfertigung seiner Notizen ist wohl einiges durcheinander geraten. Nach meinen Rückfragen bei ihm zu meinen Hypothesen, konnte ich ihm einen Stammbaum über 5 Generationen liefern. Seine Kinder wollten das Thema nicht mehr weiter verfolgen. Das vorherige Interesse eines (erwachsenen) Kindes ist nach dem Tod des Vaters erloschen.
Ich habe Nachforschungen angestellt zur genealogischen Sammlung meines Urgroßvaters, und was daraus geworden ist. Meine Erinnerungen dazu waren noch nicht erloschen, und auch nicht verfälscht. Dennoch waren sie überwiegend nicht zutreffend. Der Großteil des Kerns der Sammlung ist erhalten geblieben. Und die Nachkommen haben nicht von jedem Teil der Sammlung die Zugehörigkeit zur Sammlung erkannt. Daher sind Warenmuster, Forschungsnotizen, Teile seiner Briefmarkensammlung und mindestens ein Forschungsbericht verloren gegangen.
Ich habe mich bereits mit Archivierung beschäftigt, da ich beruflich manchmal zuständig war, Daten für die Archivierung in Firmenarchiv zusammen zu stellen. Kommende Woche ist die Internationale Archivwoche, vom 08.-12.Juni 2026 (https://www.ica.org/international-archi ... k/iaw2026/). Am 09.Juni 2026 ist der Internationale Archivtag. (Inzwischen kann man Archivwesen sogar studieren, teilweise nicht erst als Aufbaustudium. In Frankreich gibt es einen eigenen, regulierten Rechtsrahmen für Archivare, mit einigen Eigenheiten.) Der Deutsche Archivtag ist Ende September 2026, nicht zu verwechseln mit dem Deutschen Tag der Archive, der um den 07.März 2026 war.
Hier gibt es einen Wiki Artikel zum Thema genealogischer Nachlass mit weiterführenden Informationen und Links: https://wiki.genealogy.net/Genealogischer_Nachlass
Wenn ich mich richtig erinnere, wird das Thema seit fast 20 Jahren im deutschsprachigen Raum diskutiert. Im Dachverband Deutsche Arbeitsgemeinschaft Genealogischer Verbände e.V. (DAGV) hat sich eine entsprechende Arbeitsgruppe gebildet. Diese hat auch diverse Informationen, Muster-Vereinbarungen und Muster-Verträge zusammen getragen, sowie Leitlinien entwickelt: https://wiki.genealogy.net/DAGV/Arbeits ... r_Nachlass
Hier gibt es Informationen zum Thema aus Dortmund, zuletzt aktualisiert Ende Januar diesen Jahres: https://www.roland-dortmund.de/2026/01/ ... ungshilfe/
Diese Arbeitsgruppe der GHGO hatte sich erst nach der Arbeitsgruppe beim DAGV gebildet. Sie konnte daher bereits von den vorherigen Veröffentlichungen und Diskussionen profitieren. Der Scope des Papieres dieser Arbeitsgruppe ist beschränkter und spezifischer. (Das gleiche gilt z.T. für meinen oberen Absatz zu Dortmund.) Und wenn man dem ersten Link von Wolf folgt, findet man dort auch einen Link auf eine aktualisierte Fassung 1.1 von 2025.Wolf hat geschrieben: Mo 25. Mär 2024, 14:01 ... Zur generellen Frage: da hat eine Arbeitsgruppe der GHGO ein Konzept zusammengestellt: https://www.ghgo.ch/?view=article&id=84 mit dem Ergebnis auf https://www.ghgo.ch/images/Dokumente/Ge ... on-1-0.pdf.
Gruß
Gene
eingesetzte Software: Gramps unter Linux
eingesetzte Software: Gramps unter Linux
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 14 Gäste

