Quarten SG - eine komplizierte Gemeinde

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Wolf
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Quarten SG - eine komplizierte Gemeinde

Beitrag von Wolf » Sa 3. Dez 2005, 22:47

Auf der offiziellen Webseite von Quarten heisst es wörtlich:
Die Gemeinde Quarten existiert seit der Gründung des Kantons St. Gallen im Jahre 1803. Mit ihren Ortschaften Mols, Murg, Quarten, Oberterzen, Unterterzen, der Fraktion Tannenbodenalp im Tourismusgebiet des Flumserbergs und - durch den Walensee getrennt - Quinten, gehört die Politische Gemeinde Quarten wohl zu den kompliziertesten im Kanton St. Gallen. Nicht zuletzt deshalb besitzen die fünf Ortsgemeinden Mols, Murg, Oberterzen, Quarten und Quinten innerhalb der Gemeinde eine starke Stellung.
Dies scheint auch die Herausgeber des Familiennamenbuches vor Probleme gestellt zu haben.
In der Ausgabe von 1940 ist als einziger Bürgerort für Märkli angegeben:
SG Quarten a
In der Ausgabe von 1989 sind als Bürgerorte für Märkli angegeben:
SG Mols a
ZH Uster 1946 (Quarten SG)
ZH Winterthur 1945 (Mandach AG)
Ich gehe zunächst einmal davon aus, dass es hier um ein- und dieselbe Familie Märkli geht.
1940 wurde also Quarten als Bürgerort angegeben, das erst 1803 im heutigen Umfang als Gemeinde entstand - obwohl ich bei einem vor 1800 bestehenden Bürgerrecht einer Molser Familie Mols erwartet hätte. 1989 wird dann aber Mols als Bürgerort angegeben - das also anscheinend als Ortsbürgergemeinde mit eigenem Bürgerrecht weiterbestanden hat (und auf der o.g. Webseite ja auch als eigene Ortsgemeinde aufgeführt wird). So weit - so gut - aber ebenfalls stammt die 1946 in Uster eingebürgerte Familie ursprünglich aus Quarten, das 1989 aber gar nicht mehr als Bürgerort genannt wird. Kann jemand Klarheit in dieses Verwirrspiel bringen?
Nur am Rande bemerkt: die 1945 in Winterthur eingebürgerte Linie stammt aus Mandach AG - während dort die Familie erloschen ist; gibt es einen Zusammenhang zu den Familien von Mols bzw. Quarten?


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Mairi

Quarten SG - eine komplizierte Gemeinde

Beitrag von Mairi » So 4. Dez 2005, 12:30

Also ich bin 1957 in Deutschland geboren und meine Heimatgemeinde ist Quarten/SG.
Die Familie " Merkle" bestand auch in Flums (aber nur für kurze Zeit) und vorallem in Walenstadt.
Gerne wüßte ich mehr von der Zeit vor 1777, um weiter zu forschen zu können. Da ich alles von Deutschland aus mache, ist es immer etwas schwierig und vorallem sehr Zeitaufwendig.
Deswegen hätte ich auch gerne das Molser Heimatbuch von Paul Gubser!
Ich habe leider nur ein paar Auszüge, viel zu wenig um alles so richtig zu verstehen und einzuordnen. (?)

Margrit Stolz-Märkli



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Quarten SG - eine komplizierte Gemeinde

Beitrag von Wolf » So 4. Dez 2005, 13:37

Vielen Dank für den Hinweis, dass jetzt das Bürgerrecht von Quarten (und nicht von Mols) besteht.

Das 1978 erschienene Molser Heimatbuch von Paul Gubser steht in der St.Galler Kantonsbibliothek "Vadiana" - ich werde es mir bei meinem nächsten Besuch in der Bibliothek einmal anschauen: vielleicht wird dort die komplizierte Situation eindeutig beschrieben.

PS - unter diesem Beitrag hier sollte weiter nur zur Bürgerrechtssituation Quarten und Teilgemeinden diskutiert werden. Familienspezifische Diskussionen, wie z.B. zu Märkli bitte jeweils unter dem namensspezifischen Beitrag.


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Paul Gubser: Molser Heimatbuch. Mels/Flums 1978.

Beitrag von Wolf » Sa 14. Jan 2006, 22:44

In mehreren Kapiteln wird die Geschichte der Gemeinde beschrieben:
- Das Dorf und die Orstgemeinde Mols
- Unter der Herrschaft der Habsburger Grafen
- 300 Jahre unter eidgenössischer Herrschaft
- Unter dem Kanton St.Gallen
- Von der Molser Alp "Gamperdon"
- Kirchengeschichte von Mols (sh. unten)
- Die Molser Schule
- Familienwappen von Mols (sh. unten)

Kirchengeschichte von Mols
Seit dem 9. Jahrhundert umfasst die Kichhöri Walenstadt auch die Orte Quarten, Quinten, Oberterzen, Walenstadtberg, Plafries, Fäsch - und eben Mols. Kollaturherr ist der Abt von Pfäfers: er erhält den Zehnten und bestimmt die jeweiligen Pfarrherren.
1724 wird eine eigene Kapelle in Mols erbaut.
1787 wird eine eigenständige Pfarrei Mols gegründet - die Gottesdienste finden in der Kapelle statt.
1821 wird eine neue Pfarrkirche erbaut, die 1862 dem abgesunkenen Seespiegel sowie der Bahnlinie zum Opfer fällt.
1862-65 wird die heutige Pfarrkirche erbaut (1952 renoviert).
Pfarrherren in Mols sind:
1787-1820 Johann Baptist Rüssy von Rapperswil SG (?-08.04.1820)
1820-1825 Rudolf Good von Mels SG (20.04.1794-15.08.1860) später in Mörschwil SG
1826-1831 Anton Wachter von Mels SG (08.09.1799-26.06.1852) später in div. anderen Pfarreien
1831-1832 Daniel Huber von Walenstadt SG (1808-?) wandert nach Amerika aus
1833-1847 Meinrad Kälin von Einsiedeln SZ (1799-18.01.1876) später in Notgersegg und Weesen
1847-1848 Kapuzinermönche von Mels versehen die verwaiste Pfarrei
1848-1851 Dominik Gmür von Amden SG (1818-29.10.1873) später in Alt St.Johann und Mehrerau
1851-1856 Andreas Macolin von Tavetsch GR (18.08.1816-30.11.1888) später in div. anderen Pfarreien
1857-1867 Fridolin Noser von Oberurnen XX (29.04.1827-28.08.1890) später in Balzers
1867-1871 J.J. Tribelhorn von Mogelsberg SG (11.07.1836-31.10.1907) später in div. anderen Pfarreien
1871-1872 Thomas Fuchs von Einsiedeln SZ (29.07.1821-05.11.1898) später in Maseltrangen
1872-1882 Anton Bischof von Grub SG (13.12.1844-25.02.1895) später in Altstätten
1883-1893 Oswald Rohner von Rebstein SG (14.09.1855-27.10.1934) später in div. anderen Pfarreien
1893-1923 Johann Peter Mannhart von Fluims SG (25.08.1850-18.12.1923)
1923-1925 Kapuzinermönche von Mels versehen die verwaiste Pfarrei
1925-1967 August Bischof von Grub SG (04.09.1889-10.06.1974) Ehrenbürger von Mols

Ortsbürgergemeinede von Mols
Mit dem Stichtag 29.06.1803 wurde Molser Bürger, wer zu diesem Zeitpunkt in Mols wohnhaft war. 1977 wurde ein neues Einbürgerungsreglement angenommen und zahlreiche Einwohner zu Ortsbürgern aufgenommen; einzige Einschränkung war - die einbürgerungswillige Person durfte nicht gleichzeitig Bürger von Quarten sein. Eine Auflösung der Ortsbürgergemeinde wird in dem 1978 erschienenen Buch nicht erwähnt - obwohl Mols bereits seit der Gründung der politischen Gemeinde Quarten 1803 Teil dieser politischen Gemeinde ist..

Familienwappen von Mols
Mit farbigen Darstellungen und Erläuterungen werden die folgenden Familienwappen vorgestellt: Baumer, Gubser, Heer, Hug, Kessler, Lendi, Manhart, Märkli, Schlegel, Stoffel. Die meisten dieser Wappen sind Neuschöpfungen aus dem 20. Jahrhundert.


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