Ramstein von Muttenz BL
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Peter.D
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Ramstein von Muttenz BL
(Siehe auch Uhlmann von Rütschelen)
Aus dem Dossier des eidgen. Generalanwalts, von dem mir das Bundesarchiv einen Scan erstellt hat, sowie aus den Kirchenbüchern von Muttenz geht hervor:
Leonz Ramstein wurde am 19.2.1799 in der Kirche von Lunkhofen (heute in Oberlunkhofen AG) als Leonz Gabinus Widmann getauft; er starb am 5.7.1871 im Spital Liestal. Seine Eltern waren Joseph Widmann und Magdalena Ramstein, die gemäss dem aargauischen Polizeidepartement bei der Taufe keine eigenen Taufscheine vorweisen konnten und als vagi eingetragen wurden. Der Regenschirmmacher Joseph Widmann (auch Wittmann etc.) gab regelmässig an, von Heitersheim (Fürstentum der Johanniter, ab 1806 badisch) zu stammen. Der Name Widmann kam dort tatsächlich vor, die verfilmten Kirchenbücher inkl. Familienregistern sind jedoch nur in einem Zentrum der Mormonen zugänglich.
Hingegen ist die Herkunft der Mutter Magdalena Ramstein geklärt: sie wurde am 2.5.1762 als letztes Kind von Jakob Ramstein von Muttenz (ca. 1719-1782) und Magdalena Touchon (1726-1762) von La Sagne NE in Muttenz geboren (s. Familienregister Muttenz 1 Nr. 3). Die älteren Geschwister von Magdalena Ramstein wurden teilweise in Belp BE geboren, wo sich der Vater u.a. als Korbmacher betätigte. Magdalena Ramstein verliess Muttenz früh und verdiente ihren Unterhalt als fahrende Kranzmacherin vor allem im Kanton Bern und im Aargau. Ihre drei unehelichen Kinder, von denen nur Leonz überlebte, meldete sie absichtlich nie in Muttenz. Im Krisenjahr 1817 begab sie sich mit Leonz ins Badische. Dort verliess Leonz die Mutter, nachdem ihm sein Pate Leonz Hess aus Muri beim Bezirksamt in Bremgarten einen Reisepass beschaffen konnte. Er wanderte dann allein als Korb- und Rosenkranzmacher durch mehrere Länder, bis er 1821 in Lothringen die ebenfalls fahrende Elisabeth Uhlmann von Rütschelen (1802-1858) kennenlernte (siehe Uhlmann von Rütschelen). Mit ihr und den vier zwischen 1821 und 1833 geborenen Kindern zog er danach viele Jahre vor allem durchs obere Elsass. Im Gegensatz zur Schweiz wurde das Paar in Frankreich immer als Ehepaar anerkannt und eingetragen, obwohl sie tatsächlich nicht verheiratet waren. Auch erhielten sie von den Bürgermeistern immer gute Führungszeugnisse und französische Inlandpässe zum freien Geleit. In Frankreich wurde der dort unbekannte Vorname Leonz als Lonzi, Louis, Lunze, Lundsi etc. eingetragen.
Da Leonz in Bern als heimatlos galt, wurden die vier gemeinsamen Kinder 1843 von Amtsgericht Aarwangen mit Heimat und Namen der Mutter zugesprochen und Elisabeth ausserdem zu 25 Tagen Gefängnis verurteilt.
1846 verlangten die Behörden in Colmar von Leonz, dass er in der Schweiz einen Heimatschein beschaffen müsse. Nachdem ihm der Kanton Aargau diesen verweigerte, ja sogar jeden weiteren Aufenthalt im Kanton untersagte, bestätigte ihm schliesslich die Gemeinde Muttenz nach Vermittlung durch die Aargauer Armenkommission sowie durch die Intervention der eidgenössischen Kanzlei in Zürich beim Kanton Baselland das Heimatrecht in Muttenz. Damit konnten Leonz und Elisabeth schliesslich im Dezember 1847 in Muttenz doch noch legal heiraten. Auf das Heimatrecht und den Familiennamen der Kinder hatte das jedoch keinen Einfluss mehr.
Ein anderer Jakob Ramstein aus Muttenz heiratete 1755 in Ferenbalm BE die Katharina Bucher von Gurbrü. Diese Familie und ihre Nachkommen blieben dauerhaft im Kanton Bern, behielten aber noch lange das Muttenzer Bürgerrecht. Die verwandtschaftliche Beziehung zwischen den beiden Jakob Ramstein ist nicht leicht zu ermitteln, da weder die Geburt noch die Heirat von Jakob Ramstein-Touchon in Muttenz eingetragen sind. Möglicherweise hat er irgendwo im Kanton Bern geheiratet. Auch die Grossmutter mütterlicherseits von Elisabeth Uhlmann, Maria Haller-Ramstein, stammte aus Muttenz; ich konnte sie in Muttenz aber nicht eindeutig identifizieren, da ihre Heirat in Gontenschwil in den Büchern von Muttenz auch nicht eingetragen wurde.
Peter
Aus dem Dossier des eidgen. Generalanwalts, von dem mir das Bundesarchiv einen Scan erstellt hat, sowie aus den Kirchenbüchern von Muttenz geht hervor:
Leonz Ramstein wurde am 19.2.1799 in der Kirche von Lunkhofen (heute in Oberlunkhofen AG) als Leonz Gabinus Widmann getauft; er starb am 5.7.1871 im Spital Liestal. Seine Eltern waren Joseph Widmann und Magdalena Ramstein, die gemäss dem aargauischen Polizeidepartement bei der Taufe keine eigenen Taufscheine vorweisen konnten und als vagi eingetragen wurden. Der Regenschirmmacher Joseph Widmann (auch Wittmann etc.) gab regelmässig an, von Heitersheim (Fürstentum der Johanniter, ab 1806 badisch) zu stammen. Der Name Widmann kam dort tatsächlich vor, die verfilmten Kirchenbücher inkl. Familienregistern sind jedoch nur in einem Zentrum der Mormonen zugänglich.
Hingegen ist die Herkunft der Mutter Magdalena Ramstein geklärt: sie wurde am 2.5.1762 als letztes Kind von Jakob Ramstein von Muttenz (ca. 1719-1782) und Magdalena Touchon (1726-1762) von La Sagne NE in Muttenz geboren (s. Familienregister Muttenz 1 Nr. 3). Die älteren Geschwister von Magdalena Ramstein wurden teilweise in Belp BE geboren, wo sich der Vater u.a. als Korbmacher betätigte. Magdalena Ramstein verliess Muttenz früh und verdiente ihren Unterhalt als fahrende Kranzmacherin vor allem im Kanton Bern und im Aargau. Ihre drei unehelichen Kinder, von denen nur Leonz überlebte, meldete sie absichtlich nie in Muttenz. Im Krisenjahr 1817 begab sie sich mit Leonz ins Badische. Dort verliess Leonz die Mutter, nachdem ihm sein Pate Leonz Hess aus Muri beim Bezirksamt in Bremgarten einen Reisepass beschaffen konnte. Er wanderte dann allein als Korb- und Rosenkranzmacher durch mehrere Länder, bis er 1821 in Lothringen die ebenfalls fahrende Elisabeth Uhlmann von Rütschelen (1802-1858) kennenlernte (siehe Uhlmann von Rütschelen). Mit ihr und den vier zwischen 1821 und 1833 geborenen Kindern zog er danach viele Jahre vor allem durchs obere Elsass. Im Gegensatz zur Schweiz wurde das Paar in Frankreich immer als Ehepaar anerkannt und eingetragen, obwohl sie tatsächlich nicht verheiratet waren. Auch erhielten sie von den Bürgermeistern immer gute Führungszeugnisse und französische Inlandpässe zum freien Geleit. In Frankreich wurde der dort unbekannte Vorname Leonz als Lonzi, Louis, Lunze, Lundsi etc. eingetragen.
Da Leonz in Bern als heimatlos galt, wurden die vier gemeinsamen Kinder 1843 von Amtsgericht Aarwangen mit Heimat und Namen der Mutter zugesprochen und Elisabeth ausserdem zu 25 Tagen Gefängnis verurteilt.
1846 verlangten die Behörden in Colmar von Leonz, dass er in der Schweiz einen Heimatschein beschaffen müsse. Nachdem ihm der Kanton Aargau diesen verweigerte, ja sogar jeden weiteren Aufenthalt im Kanton untersagte, bestätigte ihm schliesslich die Gemeinde Muttenz nach Vermittlung durch die Aargauer Armenkommission sowie durch die Intervention der eidgenössischen Kanzlei in Zürich beim Kanton Baselland das Heimatrecht in Muttenz. Damit konnten Leonz und Elisabeth schliesslich im Dezember 1847 in Muttenz doch noch legal heiraten. Auf das Heimatrecht und den Familiennamen der Kinder hatte das jedoch keinen Einfluss mehr.
Ein anderer Jakob Ramstein aus Muttenz heiratete 1755 in Ferenbalm BE die Katharina Bucher von Gurbrü. Diese Familie und ihre Nachkommen blieben dauerhaft im Kanton Bern, behielten aber noch lange das Muttenzer Bürgerrecht. Die verwandtschaftliche Beziehung zwischen den beiden Jakob Ramstein ist nicht leicht zu ermitteln, da weder die Geburt noch die Heirat von Jakob Ramstein-Touchon in Muttenz eingetragen sind. Möglicherweise hat er irgendwo im Kanton Bern geheiratet. Auch die Grossmutter mütterlicherseits von Elisabeth Uhlmann, Maria Haller-Ramstein, stammte aus Muttenz; ich konnte sie in Muttenz aber nicht eindeutig identifizieren, da ihre Heirat in Gontenschwil in den Büchern von Muttenz auch nicht eingetragen wurde.
Peter
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Walter
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Re: Ramstein von Muttenz
Auf der Ehen-CD gibt es einige Heiraten zu Ramstein von Muttenz, so auch die von Jakob R. & Magdalena Touchon am 10.12.1751 in Münsingen BE (Rodel 7, Seite 59).Peter.D hat geschrieben: Di 25. Apr 2023, 16:24 Ein anderer Jakob Ramstein aus Muttenz heiratete 1755 in Ferenbalm BE die Katharina Bucher von Gurbrü. Diese Familie und ihre Nachkommen blieben dauerhaft im Kanton Bern, behielten aber noch lange das Muttenzer Bürgerrecht. Die verwandtschaftliche Beziehung zwischen den beiden Jakob Ramstein ist nicht leicht zu ermitteln, da weder die Geburt noch die Heirat von Jakob Ramstein-Touchon in Muttenz eingetragen sind. Möglicherweise hat er irgendwo im Kanton Bern geheiratet. Auch die Grossmutter mütterlicherseits von Elisabeth Uhlmann, Maria Haller-Ramstein, stammte aus Muttenz; ich konnte sie in Muttenz aber nicht eindeutig identifizieren, da ihre Heirat in Gontenschwil in den Büchern von Muttenz auch nicht eingetragen wurde.
Die Heiraten in Ferenbalm sind auf "meiner" Datei nicht erfasst.
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Peter.D
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Re: Ramstein von Muttenz
Vielen Dank, Walter, für diese interessanten Ergänzungen. Da haben also offenbar zwei Brüder oder Cousins aus Muttenz am gleichen Tag in Münsingen geheiratet! Möglicherweise war eben schon ihr Vater - Niklaus Ramstein-Bläuer? - zeitweise im Kanton Bern unterwegs.
Die Heirat 1755 in Ferenbalm ist auf Seite 8 des Ehebuches, Bild 11. Der Pfarrer hat den Namen als Ram Stein eingetragen.
Peter
Die Heirat 1755 in Ferenbalm ist auf Seite 8 des Ehebuches, Bild 11. Der Pfarrer hat den Namen als Ram Stein eingetragen.
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Zuletzt geändert von Peter.D am Mi 26. Apr 2023, 16:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Peter.D
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Re: Ramstein von Muttenz
Die Ehe von Niklaus Ramstein mit Elisabeth Bläuer (Bleuer) am 4.6.1728 befindet sich im Ehebuch Limpach auf Seite 237, Bild 120. Der Text, vor allem der lateinische, ist aber wegen der geringen Auflösung schlecht lesbar. Hat jemand diesen Eintrag in besserer Auflösung?
Peter
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Zuletzt geändert von Peter.D am Mi 26. Apr 2023, 16:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Walter
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Re: Ramstein von Muttenz
Bei Familysearch findet man mehrere Kinder von Jakob Ramstein & Elsbeth Bleuer.Peter.D hat geschrieben: Di 25. Apr 2023, 17:47 Die Ehe von Niklaus Ramstein mit Elisabeth Berner am 4.6.1728
Bei der Taufe des Niklaus Ramstein am 27.02.1729 in Münchenbuchsee (Rodel 4, Seite 208) ist die Mutter als "Elsbeth Bleüer von Schoren KH Thun" notiert.
Vermutlich ist das schon die gleiche Familie.
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Debra Palmer
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Re: Ramstein von Muttenz BL
Hello Peter,Peter.D hat geschrieben: Di 25. Apr 2023, 17:47 Die Ehe von Niklaus Ramstein mit Elisabeth Berner am 4.6.1728 befindet sich im Ehebuch Limpach auf Seite 237, Bild 120. Der Text, vor allem der lateinische, ist aber wegen der geringen Auflösung schlecht lesbar. Hat jemand diesen Eintrag in besserer Auflösung?
The scan from familysearch is better resolution and I have posted the marriage entry year 1728 in Limpach for Niklaus and Elisabeth.
Debra
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Peter.D
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Re: Ramstein von Muttenz BL
Ich bedanke mich bei Debra und Walter für ihre hilfreiche Unterstützung.
Der Name der Ehefrau von Niklaus Ramstein ist also wirklich Bläuer oder Bleuer, und nicht Berner wie auf der CD bzw. im Excel erfasst. Haben die Ersteller der CD mit der ungenügenden Auflösung von L.B. Rohrbach gearbeitet oder mit den Originalen im StABE?
Der lateinische Text ist mit Debras Bildern nun gut lesbar, bestätigt aber nur die Bewilligungen zur Ehe der Pfarrer von Thun und von Muttenz und des Dekans im Amt Münchenstein, zu dem damals Muttenz wie auch St. Jakob gehörten.
Ob die Daten von Niklaus Ramstein bei FamilySearch stimmen, ist nicht sicher: Elisabeth Ramstein-Bläuer verstarb 1787 in Rohrbach BE, im Sterbebuch von Muttenz ist sie als Witwe von Niklaus Ramstein bezeichnet. Danach müsste Niklaus also früher verstorben sein. Der 1792 in Muttenz verstorbene Niklaus Ramstein ist im Sterbebuch als Bäckermeister und ehemaliger Geschworener bezeichnet, was eher nicht auf eine langjährige Abwesenheit im Bernbiet hinweist. Aber in Muttenz gab es zahlreiche Niklaus Ramstein im 18. Jh. Allein 1728 haben nacheinander zwei Niklaus Ramstein in Muttenz geheiratet, abgesehen von der Heirat im gleichen Jahr in Limpach. Die Eltern wurden damals leider kaum je angegeben.
Peter
Der Name der Ehefrau von Niklaus Ramstein ist also wirklich Bläuer oder Bleuer, und nicht Berner wie auf der CD bzw. im Excel erfasst. Haben die Ersteller der CD mit der ungenügenden Auflösung von L.B. Rohrbach gearbeitet oder mit den Originalen im StABE?
Der lateinische Text ist mit Debras Bildern nun gut lesbar, bestätigt aber nur die Bewilligungen zur Ehe der Pfarrer von Thun und von Muttenz und des Dekans im Amt Münchenstein, zu dem damals Muttenz wie auch St. Jakob gehörten.
Ob die Daten von Niklaus Ramstein bei FamilySearch stimmen, ist nicht sicher: Elisabeth Ramstein-Bläuer verstarb 1787 in Rohrbach BE, im Sterbebuch von Muttenz ist sie als Witwe von Niklaus Ramstein bezeichnet. Danach müsste Niklaus also früher verstorben sein. Der 1792 in Muttenz verstorbene Niklaus Ramstein ist im Sterbebuch als Bäckermeister und ehemaliger Geschworener bezeichnet, was eher nicht auf eine langjährige Abwesenheit im Bernbiet hinweist. Aber in Muttenz gab es zahlreiche Niklaus Ramstein im 18. Jh. Allein 1728 haben nacheinander zwei Niklaus Ramstein in Muttenz geheiratet, abgesehen von der Heirat im gleichen Jahr in Limpach. Die Eltern wurden damals leider kaum je angegeben.
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